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Island · Städtetrip

Städtetrip Reykjavík

Die nördlichste Hauptstadt eines souveränen Staates fühlt sich an wie eine Kleinstadt mit Weltprogramm: bunte Blechdächer unter der Betonkirche Hallgrímskirkja, das Wabenglas der Harpa am Hafen, Wale vor der Bucht – und fast jedes Haus heizt mit Erdwärme. Zwei fertige Routen teilen die Stadt in Altstadt und Hafen am ersten, Perlan und das Museumsufer am zweiten Tag.

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Unsere Rundgänge durch Reykjavík

Fertige Routen ab der Station führen dich durch Reykjavík – vom ersten Schritt an zu den richtigen Ecken, ganz ohne eigene Planung.

Hallgrímskirkja, Regenbogenstraße & Hafen

Von der Basaltsäulen-Kirche Hallgrímskirkja, an der 41 Jahre gebaut wurde, die Regenbogenstraße hinunter in die Einkaufsmeile Laugavegur. Am Ufer wartet der Sun Voyager – ein Traumboot, kein Wikingerschiff –, dann das Konzerthaus Harpa, dessen Glaswaben je nach Licht die Farbe wechseln. Zum Schluss der Alte Hafen, wo die Boote zu den Walen ablegen.

  1. Hallgrímskirkja – Islands größte Kirche sieht aus, als wäre sie aus der Landschaft gegossen: Architekt Guðjón Samúelsson formte die Fassade nach den Basaltsäulen, die Islands Küsten säumen. Gebaut wurde von 1945 bis 1986 – 41 Jahre, der Architekt selbst erlebte nur die Krypta. Vor der Tür steht Leifur Eriksson, ein Geschenk der USA zum tausendjährigen Jubiläum des isländischen Parlaments von 1930. Der Aufzug bringt dich in den 74,5 Meter hohen Turm: unten die bunten Blechdächer, dahinter Bucht und Berge. Die Glocken schlagen viertelstündlich und laut – du wirst es merken.
  2. Skólavörðustígur & Laugavegur – Die Skólavörðustígur läuft in schnurgerader Achse auf die Hallgrímskirkja zu – und trägt seit 2019 dauerhaft ihren Regenbogen: 2015 zum ersten Mal fürs Pride-Fest gemalt, wollte ihn danach niemand mehr hergeben. Links und rechts sitzen Galerien, Wollläden und Kunsthandwerk, unten mündet die Straße in die Laugavegur, Reykjavíks Haupteinkaufsmeile. Hier bekommst du den Islandpullover mit Rundpasse, den Lopapeysa – im Zweifel dort, wo Isländerinnen selbst kaufen. Abends verwandelt sich dieselbe Meile in die Ausgehzone der Stadt. Zwei Minuten unterhalb der Kirche duftet es aus der Brauð & Co, der Bäckerei hinter der bunten Streetart-Fassade: Ihre Zimtschnecken sind Reykjavíks bekanntestes Food-Foto – vormittags sind sie oft ausverkauft. Und halte die Augen offen: Entlang der Laugavegur haben internationale Künstler beim „Wall Poetry“-Projekt ganze Hauswände bemalt.
  3. Sun Voyager (Sólfar) – An der Uferstraße glänzt Reykjavíks meistfotografierte Skulptur: der Sun Voyager von Jón Gunnar Árnason, 1990 zum 200. Stadtjubiläum enthüllt. Fast jeder hält ihn für ein Wikingerschiff – der Künstler widersprach ausdrücklich: Es ist ein Traumboot, eine Ode an die Sonne, an Hoffnung und unentdecktes Land. Árnason selbst erlebte die Aufstellung nicht mehr, er starb ein Jahr zuvor. Der Edelstahl nimmt jede Lichtstimmung an; am stärksten ist der Platz am späten Abend, wenn die Sonne hinter der Esja steht – im Hochsommer wird es hier gar nicht erst dunkel.
  4. Harpa – Am Hafen funkelt Islands Konzerthaus: Harpa, 2011 eröffnet, mit einer Fassade, die Henning Larsen Architects gemeinsam mit dem Künstler Ólafur Elíasson entwickelten. Die sechseckigen Glaswaben zitieren Islands Basaltsäulen und wechseln mit Licht und Wetter die Farbe – nur die Südfassade trägt die echten dreidimensionalen Waben, die übrigen Seiten ein flaches Abbild davon. 2013 gab es dafür den Mies-van-der-Rohe-Preis, Europas wichtigste Architekturauszeichnung. Das Foyer ist frei zugänglich: Stell dich hinein und schau, wie das Glas farbige Reflexe über Boden und Treppen wirft. Auf dem Weg zum Alten Hafen wartet an der Tryggvagata übrigens Islands berühmtester Imbiss: Bæjarins Beztu Pylsur, der Hotdog-Stand von 1937, an dem schon Bill Clinton anstand – bestellt wird „eina með öllu“, einen mit allem.
  5. Alter Hafen – Zwischen alten Werftgebäuden und bunten Kuttern legen die Boote zur Faxaflói-Bucht ab: Zwergwale, Buckelwale und Delfine leben direkt vor der Stadt, die Touren dauern rund drei Stunden und fahren das ganze Jahr, am verlässlichsten von April bis Oktober. Papageitaucher-Fahrten zu den vorgelagerten Brutinseln gibt es dagegen nur in deren Brutzeit von Mai bis August. Nimm eine warme Jacke mit, auch im Sommer – auf dem Wasser ist Island immer ein paar Grad ehrlicher. Wer an Land bleibt, schlendert die Kaikante entlang zu den Fischrestaurants der alten Hafenschuppen.

Perlan, Tjörnin & Grandi

Der zweite Tag beginnt mit Aussicht: Perlan, die Glaskuppel auf den Warmwassertanks der Stadt, mit begehbarer Eishöhle und Rundum-Plattform. Danach die Besiedlungsgeschichte im Nationalmuseum, das Vogelleben am Stadtsee Tjörnin mit dem Island-Relief im Rathaus – und zum Schluss das Hafenviertel Grandi mit lebensgroßen Walen und dem berühmtesten Eis der Stadt. Wer mag, hängt den Leuchtturm Grótta an.

  1. Perlan – Nur Reykjavík baut sein Wahrzeichen auf Warmwasserspeicher: Auf dem bewaldeten Hügel Öskjuhlíð tragen sechs riesige Tanks der Fernwärme seit 1991 eine Glaskuppel – vier speichern noch heißes Quellwasser, in einem steckt heute eine begehbare Eishöhle aus über 350 Tonnen echtem Eis, in einem anderen ein Planetarium. Die Ausstellung „Wonders of Iceland“ erklärt Vulkane, Gletscher und Nordlicht, oben umrundet dich die Aussichtsplattform einmal komplett. Ehrlicher Hinweis: Der volle Eintritt ist happig – wer nur die Aussicht will, kommt deutlich günstiger auf die Plattform.
  2. Nationalmuseum – Elfhundert Jahre Island in einem Rundgang: Das Nationalmuseum erzählt vom Anfang um 874, als die ersten Siedler ihre Höfe an Land zogen – die ausgegrabene Siedlungshalle aus genau dieser Zeit steht allerdings nicht hier, sondern im eigenen Museum Landnámssýningin am Aðalstræti. Prunkstück ist die Tür von Valþjófsstaður, um 1200 geschnitzt: ein Ritter, der einen Drachen tötet und einen Löwen befreit, samt Runeninschrift – Islands berühmtestes Stück Holz. Dazu kommen Wikingergräber, mittelalterliche Schachfiguren und der Sprung in die Gegenwart. Kompakt, gut erzählt, in anderthalb Stunden zu schaffen.
  3. Tjörnin & Rathaus – Der Stadtsee Tjörnin ist Reykjavíks Wohnzimmerteich: Schwäne, Enten und im Sommer ganze Küken-Konvois, am Ostufer spiegeln sich die bunten Häuser im Wasser. Ans Nordufer haben die Isländer ihr Rathaus gestellt, einen Betonbau, der auf Stelzen über dem See zu schwimmen scheint, mit Moos an den Wänden. Drinnen wartet gratis das Beste: ein riesiges Relief von ganz Island, im Maßstab 1:50.000 aus millimeterdünnem Karton entlang der Höhenlinien geschnitten – vier Männer haben vier Jahre daran gebaut. Such deine Reiseroute von oben, bevor du weiterziehst.
  4. Grandi & Whales of Iceland – Das alte Werft- und Fischereiareal Grandi hat sich in ein Viertel aus Museen, Foodhallen und Läden verwandelt, ohne den Hafenton zu verlieren. Größter Magnet ist „Whales of Iceland“: 23 lebensgroße, handbemalte Modelle aller Walarten der isländischen Gewässer hängen in einer abgedunkelten Halle, mittendrin ein Blauwal von 25 Metern – erst unter seinem Bauch begreift man das Maß. Danach gehört ein Eis zum Programm: Valdís an der Grandagarður ist die Kult-Eisdiele der Stadt, mit Sorten von Lakritz bis Roggenbrot. Bei Sonne steht die Schlange bis auf die Straße, sie bewegt sich schnell. Draußen im Viertel schauen dich überlebensgroße Gesichter an: Der australische Künstler Guido van Helten hat Porträts auf die alten Industriefassaden gemalt. Und wenn das Wetter kippt, simuliert nebenan „FlyOver Iceland“ einen Rundflug über die Insel – kurz, aber eindrucksvoll.
  5. Grótta-Leuchtturm – Der Schlusspunkt für alle, die noch Luft haben: An der Spitze der Halbinsel Seltjarnarnes steht der Leuchtturm Grótta auf einer Gezeiteninsel – der Damm hinüber liegt nur bei Ebbe frei, und das Wasser kommt schneller zurück, als man denkt; Gezeiten vorher prüfen. Von Anfang Mai bis Mitte Juli ist die Insel zusätzlich komplett gesperrt, dann brüten hier die Küstenseeschwalben, die ihr Revier im Tiefflug verteidigen. Auch vom Festland aus lohnt der Platz: offener Horizont, Meer auf drei Seiten – und im Winter einer der besten stadtnahen Plätze, um Nordlichter zu sehen.

Vor Ort: Anreise & Fortbewegung

In ganz Island gibt es keine Eisenbahn – in Reykjavík fahren die gelben Strætó-Stadtbusse, bezahlt wird per App oder kontaktlos an Bord, ein Einzelticket gilt 75 Minuten samt Umstieg. Das Zentrum zwischen Hafen, See und Hallgrímskirkja läufst du bequem zu Fuß. Vom Flughafen Keflavík, rund 50 Kilometer draußen auf der Lavahalbinsel, bringt dich der Flybus zu jedem Flug in etwa 45 Minuten zum Busbahnhof BSÍ. Und zieh dich in Schichten an: Das Wetter wechselt hier schneller als die Ampel.

Ausgehen & Nachtleben

Rooftop-Bars

Ausgehviertel

Essen & Restaurants

Bars & Clubs

Bühne & Konzerte

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