Städtetrip Edinburgh
Edinburgh ist die dramatische Hauptstadt Schottlands: Über der Stadt thront das Schloss auf einem erloschenen Vulkan, darunter windet sich die mittelalterliche Royal Mile mit ihren versteckten Gassen hinab nach Holyrood, gegenüber liegt die elegante georgianische New Town. Dazu grüne Aussichtshügel, ein Märchendorf am Fluss und Pubs voller Whisky und Dudelsack. Fertige Routen für zwei Tage führen dich durch beide Welten - ohne eigene Planung.
🗺️ Edinburgh interaktiv öffnen – Karte & NavigationUnsere Rundgänge durch Edinburgh
Zwei Routen führen dich zu Fuß durch Edinburgh: die Old Town vom Schloss über die Royal Mile und St Giles' zum Palace of Holyroodhouse und Arthur's Seat (8 Stationen, ca. 3 km) sowie die New Town über die Princes Street Gardens, das Scott Monument, Dean Village und Stockbridge bis zum Aussichtshügel Calton Hill (7 Stationen, ca. 4 km). Die Highlights:
Old Town: Schloss bis Holyrood
Der erste Tag beginnt am Edinburgh Castle auf dem Vulkanfelsen und folgt der mittelalterlichen Royal Mile bergab: zur St Giles' Cathedral mit dem Kronenturm, in die bunte, geschwungene Victoria Street, zum Friedhof Greyfriars Kirkyard und ins riesige, gratis zugängliche National Museum of Scotland. Weiter zum Palace of Holyroodhouse, der Residenz am unteren Ende, und hinauf auf den erloschenen Vulkan Arthur's Seat.
- Edinburgh Castle – Der Rundgang beginnt ganz oben: Das Edinburgh Castle thront auf einem erloschenen Vulkanfelsen über der Stadt und ist ihr Wahrzeichen. Hinter den Wehrmauern warten die schottischen Kronjuwelen, der schicksalsträchtige Stone of Destiny, auf dem Könige gekrönt wurden, und die winzige Margaretenkapelle, das älteste Gebäude der Stadt. Täglich um 13 Uhr feuert die One O'Clock Gun. Komm früh, bevor die Menschenmassen kommen.
- Royal Mile – Die Royal Mile ist die Hauptschlagader der Altstadt, eine gut einen Kilometer lange Kette von Gassen, die vom Schloss hinunter zum Palast von Holyrood führt. Dudelsackspieler in Kilts, Whisky- und Wollläden und Pubs säumen die Straße. Der wahre Reiz liegt seitlich: Von der Royal Mile zweigen enge, oft überbaute Gässchen ab, die Closes, jede mit eigener Geschichte, manche führen zu versteckten Höfen und Aussichten.
- St Giles' Cathedral – Mitten auf der Royal Mile steht die St Giles' Cathedral, die Hauptkirche Schottlands, unverkennbar an ihrem Kronenturm: acht steinerne Streben, die sich wie eine Krone treffen. Im Inneren beeindrucken bunte Fenster und die Thistle Chapel, die reich geschnitzte Kapelle des schottischen Ritterordens. Hier predigte im 16. Jahrhundert der Reformator John Knox und machte Schottland presbyterianisch. Der Eintritt ist frei.
- Victoria Street – Die Victoria Street ist die vielleicht fotogenste Gasse Edinburghs: eine geschwungene, ansteigende Straße mit bunt gestrichenen Ladenfronten und einer Terrasse darüber, von der man den Bogen der Häuserzeile überblickt. Ihre curved Kulisse gilt vielen als Vorbild für die Winkelgasse aus Harry Potter, und tatsächlich atmet die ganze Altstadt jene düster-magische Atmosphäre, die J. K. Rowling hier zum Schreiben inspirierte.
- Greyfriars Kirkyard – Der alte Friedhof Greyfriars Kirkyard ist einer der stimmungsvollsten Orte der Stadt: verwitterte Grabsteine, alte Grüfte und Blick auf die Burg. Berühmt ist er für Greyfriars Bobby, den treuen Terrier, der der Legende nach 14 Jahre das Grab seines Herrn bewachte. Und Harry-Potter-Fans finden hier Grabsteine mit Namen wie McGonagall und Thomas Riddell, an denen sich J. K. Rowling bedient haben soll.
- National Museum of Scotland – Das National Museum of Scotland ist riesig, vielfältig und dazu gratis. Von Dinosaurierskeletten und ausgestopften Tieren über Wikinger und Schottlands Geschichte bis zu Technik, Mode und dem geklonten Schaf Dolly reicht die Sammlung. Herzstück ist die lichtdurchflutete viktorianische Grand Gallery, eine gläserne Halle aus Gusseisen. Von der Dachterrasse hast du zudem einen schönen Blick über die Altstadt.
- Palace of Holyroodhouse – Am unteren Ende der Royal Mile liegt der Palace of Holyroodhouse, die offizielle Residenz des britischen Monarchen in Schottland. Berühmt sind die Gemächer der Maria Stuart, in denen 1566 vor ihren Augen ihr Sekretär Rizzio ermordet wurde - ein Fleck soll bis heute den Boden zeichnen. Neben den Prunkräumen und der Porträtgalerie lohnt die Ruine der Holyrood Abbey daneben. Dahinter beginnt der grüne Holyrood Park.
- Arthur's Seat – Zum Abschluss des ersten Tages hinauf auf Arthur's Seat, den erloschenen Vulkan im Holyrood Park und höchsten Punkt der Stadt. Der Aufstieg dauert von Holyrood aus rund 30 bis 45 Minuten und ist stellenweise steil, aber gut machbar. Oben, 251 Meter über der Stadt, öffnet sich ein grandioser 360-Grad-Blick: über ganz Edinburgh, den Firth of Forth, die Hügel und bei klarer Sicht bis weit ins Land. Wilde Natur mitten in der Hauptstadt.
New Town, Dean Village & Calton Hill
Der zweite Tag zeigt das andere Edinburgh: die Princes Street Gardens unter der Burg, das märchenhafte Mühlendorf Dean Village am Water of Leith, die blumengeschmückte Circus Lane und das entspannte Viertel Stockbridge. Per Tram nach Leith zur Royal Yacht Britannia, der früheren Yacht der Queen, und zum Abschluss auf den Calton Hill mit dem besten Skyline-Blick der Stadt zum Sonnenuntergang.
- Princes Street Gardens – Der zweite Tag beginnt in den Princes Street Gardens, dem grünen Tal zwischen Old und New Town, angelegt auf dem Grund eines einst zugeschütteten Sees. Von den Rasenflächen und Blumenbeeten schaust du hinauf zum Schloss, das dramatisch über dem steilen Felsen aufragt. In der Mitte steht die prächtige gusseiserne Ross Fountain, und das neugotische Scott Monument überragt am Rand die ganze Anlage.
- Scott Monument – Das Scott Monument ist das höchste Denkmal für einen Schriftsteller weltweit: ein 61 Meter hoher neugotischer Turm zu Ehren von Sir Walter Scott, 1840–1844 aus heute rußgeschwärztem Sandstein erbaut. Unter dem filigranen Baldachin sitzt eine weiße Marmorstatue Scotts mit seinem Hund Maida, ringsum zeigen 64 Figuren Gestalten aus seinen Romanen. Über 287 enge Wendelstufen erreichst du vier Galerien mit weitem Blick über die Princes Street, die Altstadt und bis zum Firth of Forth.
- Dean Village – Über den grünen Uferweg des Water of Leith erreichst du Dean Village, ein ehemaliges Müllerdorf, das mitten in der Stadt wie aus der Zeit gefallen wirkt. Am Fluss stehen die roten Backsteinbauten von Well Court mit ihren Türmchen und Giebeln, gespiegelt im Wasser, dazu alte Mühlsteine und stille Winkel. Kaum vorstellbar, dass die belebte New Town nur ein paar Gehminuten entfernt liegt.
- Circus Lane – Die Circus Lane in Stockbridge ist eine der zauberhaftesten Gassen Edinburghs: eine kopfsteingepflasterte Mews-Straße mit niedrigen ehemaligen Stallhäusern, bunten Türen und üppigen Blumen an den Fassaden, im Hintergrund der Kirchturm von St Stephen's. Weil es eine ruhige Wohnstraße ist, bitte leise sein - dafür entlohnt sie mit einem der beliebtesten Fotomotive der Stadt.
- Stockbridge – Stockbridge ist eines der entspanntesten und beliebtesten Viertel Edinburghs, einst ein Dorf am Fluss, heute ein charmantes Wohnquartier mit Indie-Läden, Buchhandlungen, Cafés und Delis. Sonntags lockt der Stockbridge Market mit Streetfood und Kunsthandwerk. Hier lässt sich in Ruhe ein Kaffee trinken, bevor es weiter nach Leith geht - das echte, alltägliche Edinburgh abseits der Sehenswürdigkeiten.
- Royal Yacht Britannia (Leith) – Im Hafenviertel Leith, per Tram gut erreichbar, liegt die Royal Yacht Britannia vor Anker, über 40 Jahre lang das schwimmende Zuhause der königlichen Familie. Ein Audioguide führt vom Kommandodeck über die überraschend schlichten Privatgemächer der Queen bis in den Maschinenraum und die Offiziersmesse. Ein sehr persönlicher, ungewohnt privater Einblick in das Leben der Royals. Plane rund zwei Stunden ein.
- Calton Hill – Zum krönenden Abschluss der Calton Hill, ein niedriger Hügel am Ende der Princes Street, in wenigen Minuten erklommen. Oben steht eine Sammlung klassizistischer Monumente, die Edinburgh den Beinamen Athen des Nordens einbrachten: das säulenbewehrte, unvollendete National Monument nach dem Vorbild des Parthenon und das runde Dugald Stewart Monument. Von hier öffnet sich der berühmteste Blick der Stadt über die Altstadt-Silhouette - am schönsten zum Sonnenuntergang.
Vor Ort: Anreise & Fortbewegung
Edinburghs Zentrum ist kompakt und gut zu Fuß zu machen, allerdings hügelig und mit vielen Treppen und Kopfsteinpflaster - festes Schuhwerk lohnt. Busse (Lothian) und die Straßenbahn nach Leith und zum Flughafen ergänzen; am flexibelsten bist du kontaktlos mit Karte, ein Tageslimit deckelt die Kosten automatisch. Bezahlt wird in Pfund Sterling, oft mit eigenen schottischen Banknoten. Und ja: Probier Haggis, koste einen Single Malt und pack eine Regenjacke ein, das Wetter wechselt hier stündlich.
Ausgehen & Nachtleben
Rooftop-Bars
- Cold Town House (Grassmarket) – Am Grassmarket, direkt unter der Burg, hat die Brauerei Cold Town House eine Dachterrasse mit einem der besten Blicke der Stadt: das Edinburgh Castle auf dem Vulkanfelsen zum Greifen nah, dazu selbst gebrautes Bier und Pizza. Ein entspannter Platz für den Sonnenuntergang mitten in der Altstadt.
Ausgehviertel
- Grassmarket – Der Grassmarket unterhalb der Burg ist eine der lebhaftesten Ausgehecken der Altstadt: eine Reihe traditioneller Pubs und Bars, viele mit langer Geschichte, dazu Terrassen mit direktem Blick hinauf zum Schloss. Tagsüber Markt und Cafés, abends voll mit Einheimischen und Besuchern - ein guter Startpunkt für einen Abend.
- George Street (New Town) – In der georgianischen New Town verläuft die George Street, die elegante Ausgehmeile der Stadt: schicke Cocktailbars und Clubs in ehemaligen Bankgebäuden mit hohen Decken und Säulen. Gepflegter und etwas gehobener als die Altstadt - hier geht das Edinburgh der schönen Abende aus.
Essen & Restaurants
- The Witchery by the Castle – Direkt am Eingang zum Schloss liegt The Witchery, eines der atmosphärischsten Restaurants Schottlands: dunkle Holzvertäfelung, Kerzenlicht, Gobelins und Antiquitäten in Räumen aus dem 16. Jahrhundert. Auf den Tellern schottische Klassiker wie Aberdeen-Angus-Rind und Wild, dazu eine legendäre Weinkarte. Romantisch, opulent und ein Erlebnis - Reservierung nötig.
- The Sheep Heid Inn – Am Fuß von Arthur's Seat, im Dorf Duddingston, steht mit dem Sheep Heid Inn einer der ältesten Gasthöfe Schottlands, angeblich seit 1360. Unter niedrigen Balken gibt es herzhafte schottische Pub-Küche wie Haggis, Fish and Chips und Sunday Roast, dazu Ales und Whisky und im Hinterzimmer eine historische Kegelbahn. Ein perfekter Abschluss nach der Wanderung auf den Hügel.
Bars & Clubs
- Cowgate – Tief unter den Brücken der Altstadt verläuft die Cowgate, die Club-Schlucht von Edinburgh: von der legendären Livemusik-Bar Sneaky Pete's über den Bongo Club bis zu düsteren Kellerbars, in denen bis in den Morgen getanzt wird. Studentisch, laut und unkompliziert - hier geht die Nacht weiter, wenn die Pubs schließen.
Bühne & Konzerte
- Festival Theatre & Usher Hall – Edinburgh ist eine Festivalstadt: Das Festival Theatre zeigt Oper, Ballett und große Musicals, die Usher Hall ist der Konzertsaal für Klassik. Im August verwandelt sich die ganze Stadt beim Edinburgh International Festival und dem riesigen Fringe in eine einzige Bühne mit Tausenden Aufführungen - dann ist überall etwas los.