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Italien · Städtetrip

Städtetrip Palermo

Arabische Kuppeln, normannische Goldmosaike und barocke Fassaden liegen hier dicht beieinander. Auf dem Ballarò singen die Händler ihre Preise, Streetfood kommt heiß aus dem Frittierfett, und die Altstadt zeigt Prunk neben Verfall. Zwei fertige Tagesrouten nehmen dir Cappella Palatina, Katakomben und Mondello ab.

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Zentrum, Kathedrale & Ballarò

Der erste Tag beginnt am Teatro Massimo, dem größten Opernhaus Italiens, und führt weiter zur Kathedrale, in der normannische, arabische, gotische und barocke Bauteile übereinanderliegen, und in den Palazzo dei Normanni mit der goldenen Cappella Palatina. Nach Streetfood im Ballarò endet der Tag an den Quattro Canti, der Fontana Pretoria und in der goldglänzenden Martorana.

  1. Teatro Massimo – Der Tag beginnt vor dem größten Opernhaus Italiens, einem neoklassizistischen Koloss, der 1897 nach mehr als zwanzig Jahren Bauzeit eröffnet wurde. Die breite Freitreppe mit den zwei Bronzelöwen kennst du wahrscheinlich aus dem Finale von Der Pate III, das hier gedreht wurde. Tagsüber kommst du per Führung in den Zuschauerraum, die Logen und den Königssalon, dessen Decke sich zum Lüften öffnen lässt. Wenn dir die Zeit für innen fehlt, reicht auch der Platz davor als Auftakt.
  2. Kathedrale von Palermo – Die Kathedrale zeigt wie kein zweiter Bau, wie viele Kulturen hier übereinandergebaut haben: An der Stelle einer Moschee entstand ab 1185 eine normannische Kirche, dazu kamen eine katalanisch-gotische Vorhalle, eine barocke Kuppel und ein klassizistisch umgestaltetes Inneres. An einer Säule des Südportals steht bis heute ein eingemeißelter Koranvers aus der Moscheezeit. Das Hauptschiff selbst ist kostenlos, aber der kleine Aufpreis für die Dachterrassen lohnt sich sehr: Von oben blickst du über die Kuppeln der Altstadt bis zum Monte Pellegrino. Schultern und Knie müssen bedeckt sein, sonst kommst du nicht hinein.
  3. Palazzo dei Normanni & Cappella Palatina – Der Normannenpalast war Sitz der arabischen Emire, dann der normannischen Könige und ist heute das sizilianische Regionalparlament, damit die älteste noch genutzte Königsresidenz Europas. Das Ziel im Inneren ist die Cappella Palatina von 1140: byzantinische Goldmosaike an den Wänden, ein Christus Pantokrator in der Kuppel und darüber eine arabische Stalaktitendecke aus bemaltem Holz. Drei Kulturen in einem Raum, und keine davon hat die andere verdrängt - für viele der schönste Innenraum Europas. Plane genug Zeit ein, gerade vormittags wird es voll. Ehrlicher Hinweis: Die Königsappartements sind nur an bestimmten Tagen offen, das steht beim Ticketkauf nicht dabei.
  4. Mercato Ballarò – Der Ballarò ist der älteste und lebendigste Markt der Stadt und der, in dem das arabische Erbe am deutlichsten durchkommt: Die Rufe der Händler, die abbanniata, sind ein eigener Singsang, den man einmal gehört haben muss. Hier isst man im Stehen, was Palermo berühmt gemacht hat: Panelle aus Kichererbsenmehl, Arancine, Sfincione und für Mutige das Milzbrötchen Pani ca meusa. Rund um die Stände ist das Viertel Albergheria arm und bunt zugleich, mit Wandbildern zwischen bröckelnden Fassaden. Genau hier lohnt sich Mittagessen mehr als in jedem Restaurant der Altstadt.
  5. Quattro Canti – Die Quattro Canti sind keine Sehenswürdigkeit im klassischen Sinn, sondern eine Straßenkreuzung, die im 17. Jahrhundert zum Bühnenbild umgebaut wurde. Vier identische konkave Barockfassaden bilden ein Achteck, jede steht für eine Jahreszeit, einen spanischen Vizekönig und eine Stadtpatronin. Weil die Sonne im Lauf des Tages über die vier Seiten wandert, heißt der Platz auch Theater der Sonne. Stell dich einen Moment in die Mitte und dreh dich einmal um dich selbst, mehr braucht es hier nicht.
  6. Fontana Pretoria – Der Brunnen wurde ursprünglich für einen Garten in Florenz gebaut und dann nach Palermo verkauft, wo man ihn 1574 auf der Piazza Pretoria wieder zusammensetzte. Dafür musste ein ganzer Häuserblock weichen, und die nackten Marmorfiguren aus Göttern, Nymphen und Meerwesen sorgten sofort für Empörung: Die Nonnen des Klosters gegenüber sollen sich so beschwert haben, dass der Platz bis heute Brunnen der Schande heißt. Ein paar Schritte weiter öffnet sich die Piazza Bellini.
  7. La Martorana – An der Piazza Bellini, wenige Schritte von der Fontana Pretoria, steht eine der ältesten Kirchen der Stadt, 1143 von einem Admiral König Rogers II. gestiftet. Innen ziehen byzantinische Goldmosaike aus dem 12. Jahrhundert den Blick nach oben, darunter eine der ältesten Darstellungen Rogers, der von Christus persönlich gekrönt wird. Später kam barocker Prunk dazu, und genau dieser Bruch macht den Raum so eigen. Nebenan steht die rote Kuppelkirche San Cataldo, arabischer wird es in Europa kaum.

Katakomben, Monreale & Mondello

Der zweite Tag verlässt die Altstadt. Er beginnt in den Kapuzinerkatakomben mit ihren 8000 mumifizierten Verstorbenen, führt dann per Bus hinauf nach Monreale, wo 6000 Quadratmeter Goldmosaik den ganzen Dom auskleiden. Zum Ausklang geht es ans Meer nach Mondello, in die Bucht mit türkisem Wasser, Liberty-Badehaus und Blick auf den Monte Pellegrino.

  1. Catacombe dei Cappuccini – Unter dem Kapuzinerkloster liegt der wohl verstörendste Ort Siziliens: In langen Gängen stehen und hängen rund 8000 Verstorbene, viele noch in ihrer Kleidung. Angefangen hat es 1599 mit den Mönchen selbst, später ließen sich auch Bürger, Priester und ganze Familien hier bestatten, ordentlich sortiert nach Stand und Beruf. Am bekanntesten ist die kleine Rosalia Lombardo von 1920, die durch ein besonderes Einbalsamierungsverfahren bis heute fast unversehrt wirkt. Fotografieren ist streng verboten und wird mit Bußgeld geahndet. Ehrlicher Hinweis: Das ist nichts für empfindliche Gemüter oder kleine Kinder - wer sich das nicht antun will, fährt direkt weiter nach Monreale.
  2. Dom von Monreale – Der Dom von Monreale ist der eigentliche Grund, nach Palermo zu fahren. König Wilhelm II. ließ ihn ab 1174 errichten, der Legende nach vor allem, um dem mächtigen Erzbischof von Palermo eins auszuwischen, und das in erstaunlich kurzer Bauzeit. Innen bedecken rund 6000 Quadratmeter Goldmosaik die Wände und erzählen die ganze Bibel von der Schöpfung bis zur Apostelgeschichte, überragt vom riesigen Christus Pantokrator in der Apsis, dessen Hand allein zwei Meter misst. Nimm dir unbedingt auch den Kreuzgang vor: 228 Doppelsäulen, jedes Kapitell anders gemeißelt, in der Ecke ein arabischer Brunnen. Wer noch Kraft hat, steigt auf die Dachterrasse und schaut über die Conca d'Oro bis zum Meer.
  3. Mondello – Zum Abschluss geht es ans Meer: Mondello liegt zwischen Monte Pellegrino und Monte Gallo in einer Bucht mit türkisem Wasser und hellem Sand. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war das hier Sumpfland, dann legte eine belgische Gesellschaft es trocken und baute den Badeort samt dem Liberty-Badehaus auf Stelzen, das bis heute das Wahrzeichen ist. In den privaten Stabilimenti mietest du Liege und Schirm, der freie Strandabschnitt liegt weiter westlich. Am späten Nachmittag sitzt halb Palermo hier beim Eis oder bei frittiertem Fisch, und das ist der bessere Zeitpunkt als die Mittagshitze.

Vor Ort: Anreise & Fortbewegung

Palermos Altstadt läufst du am besten zu Fuß ab, die Wege zwischen den Vierteln sind kurz. Für Monreale, die Katakomben und Mondello brauchst du die Busse der AMAT: Ticket vorher am Kiosk oder in der App kaufen, im Bus wird es teurer. Bezahlt wird in Euro, auf den Märkten und in kleinen Trattorien oft nur bar. Im Hochsommer wird es richtig heiß, plan die Innenräume für den Nachmittag. Und ganz ehrlich: In den engen Gassen und im Gedränge der Märkte gehört die Hand auf die Tasche, dann passiert dir hier nichts.

Ausgehen & Nachtleben

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