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Italien · Städtetrip

Städtetrip Siena

Siena ist die mittelalterlichste Stadt der Toskana: ein muschelförmiger Platz, ein schwarz-weiß gestreifter Dom und siebzehn Contraden, die zweimal im Jahr beim Palio gegeneinander reiten. Eine fertige Route ab San Domenico führt dich über die Piazza del Campo und den Turm hinauf zum Dom und am Nachmittag zur Medici-Festung mit Blick zurück auf die Altstadt - ganz ohne eigene Planung.

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Unsere Rundgänge durch Siena

Fertige Routen ab der Station führen dich durch Siena – vom ersten Schritt an zu den richtigen Ecken, ganz ohne eigene Planung.

Campo, Dom und Fortezza

Von der Backsteinbasilika San Domenico bergab auf die muschelförmige Piazza del Campo und hinauf auf den Torre del Mangia. Weiter zum schwarz-weiß gestreiften Dom mit seinem eingelegten Marmorfußboden und ins tausend Jahre alte Pilgerhospital Santa Maria della Scala. Zum Schluss hinaus zur Medici-Festung, wo du von den Wällen auf die ganze Altstadt zurückschaust.

  1. Basilica di San Domenico – Der Tag beginnt beim strengen Backsteinbau der Dominikaner, der wie eine Festung über dem Westrand der Altstadt sitzt. Innen ist die Kirche karg und riesig, ohne Säulen, mit offenem Dachstuhl - kein Prunk, dafür Wucht. In der Cappella di Santa Caterina wird der Kopf der heiligen Katharina von Siena als Reliquie verwahrt, der Stadtheiligen, die hier ganz in der Nähe geboren wurde. Von der Terrasse nebenan hast du zum Einstieg schon den kompletten Blick über das Tal zum gestreiften Dom.
  2. Piazza del Campo – Der Campo ist einer der schönsten Plätze Europas und nach unten geneigt wie eine Muschel, mit dem Palazzo Pubblico am tiefsten Punkt. Der rote Ziegelbelag ist durch neun helle Steinstreifen geteilt - für die Neun, den Rat, der Siena im 13. und 14. Jahrhundert regierte. Zweimal im Jahr, am 2. Juli und am 16. August, wird der Rand mit Erde aufgeschüttet und der Palio geritten: zehn Contraden, drei Runden, keine 90 Sekunden. An allen anderen Tagen sitzen einfach alle auf den Steinen und schauen zu, wie die Zeit vergeht. Am oberen Rand steht die Fonte Gaia, der Marmorbrunnen aus dem 14. Jahrhundert, Endpunkt einer kilometerlangen unterirdischen Wasserleitung; was du siehst, ist eine Kopie, die verwitterten Originalreliefs stehen in Santa Maria della Scala.
  3. Torre del Mangia – 102 Meter hoch, rund 400 Stufen, kein Aufzug: Der schlanke Turm des Palazzo Pubblico wurde absichtlich so hoch gebaut wie der Dom auf dem Nachbarhügel - weltliche und kirchliche Macht sollten auf Augenhöhe stehen. Seinen Namen verdankt er einem der ersten Glöckner, einem Tunichtgut mit dem Spitznamen Mangiaguadagni, dem Verzehrer der Einnahmen. Oben ist der Blick auf die Muschel des Campo und die Hügel ringsum der beste der Stadt. Die Treppe wird nach oben immer enger, für Platzangst ist das nichts, und du solltest das Zeitfenster vorher buchen.
  4. Dom von Siena – Der Dom ist innen wie außen in schwarz-weißen Marmorstreifen gebändert, den Farben der Stadt, und wirkt dadurch fast gestreift wie ein Zelt. Der Fußboden besteht aus 56 eingelegten Marmortafeln, an denen über zwei Jahrhunderte gearbeitet wurde - komplett aufgedeckt sind sie nur wenige Wochen im Jahr, meist im Spätsommer und Herbst. Nicht auslassen: die Piccolomini-Bibliothek mit den leuchtenden Fresken von Pinturicchio und die Marmorkanzel von Nicola Pisano. Ein Kombiticket deckt Dom, Bibliothek, Krypta und Museum ab und rechnet sich fast immer.
  5. Facciatone – Die Aussichtsplattform auf der unvollendeten Fassade des nie fertiggestellten Riesendoms - über eine enge Wendeltreppe hinauf, oben der beste Rundblick auf Dom, Campo und die toskanischen Hügel. Der Zugang läuft über das Museo dell'Opera, oben ist es eng und nichts für Höhenangst. Zum späten Nachmittag steht das Licht am schönsten.
  6. Santa Maria della Scala – Gegenüber dem Dom liegt eines der ältesten Hospitäler Europas: Fast tausend Jahre lang wurden hier Pilger versorgt, Kranke gepflegt und Findelkinder aufgezogen. Heute ist das Ganze ein Museumskomplex, der sich über mehrere Ebenen tief in den Hügel gräbt. Das Highlight ist der Pellegrinaio, der alte Pilgersaal, dessen Wände mit weltlichen Fresken aus dem 15. Jahrhundert bedeckt sind - Szenen aus dem Krankenhausalltag statt Heiligenbildern. Ganz unten kommen dann das archäologische Museum mit etruskischen Funden und die Originalreliefs der Fonte Gaia. Der Eintritt ist erstaunlich günstig, unterschätze aber die Größe nicht.
  7. Fortezza Medicea – Zum Abschluss die Festung, die Siena nie wollte: Cosimo I. de' Medici ließ sie nach der Eroberung der Stadt errichten, weniger zum Schutz als zur Kontrolle der Besiegten. Heute ist von der Drohung nichts mehr übrig - die breiten Backsteinwälle sind ein Stadtpark, in dem Sienesen joggen, Hunde ausführen und abends Feierabend machen. Der Eintritt ist frei und der Blick zurück auf die Altstadt der beste zum Tagesabschluss: Dom und Torre del Mangia stehen nebeneinander über den Dächern. Von hier bringen dich Busse an der Lizza zurück ins Zentrum oder zum Bahnhof.

Vor Ort: Anreise & Fortbewegung

In Siena brauchst du eigentlich keinen Nahverkehr: Die Altstadt ist winzig, autofrei und komplett zu Fuß machbar - dafür aber ordentlich hügelig, nimm feste Schuhe mit. Regional- und Fernbusse von Autolinee Toscane halten an der Piazza Gramsci direkt neben San Domenico, aus Florenz bist du in gut 1,5 Stunden da. Der Bahnhof liegt unten im Tal, von dort bringen dich Rolltreppen durchs Einkaufszentrum hinauf Richtung Altstadt. Bustickets kaufst du per App, am Automaten oder im Tabacchi und entwertest sie beim Einsteigen. Bezahlt wird in Euro, Karte wird fast überall genommen. Und: Rund um den Palio Anfang Juli und Mitte August ist die Stadt komplett ausgebucht - entweder gezielt hinfahren oder bewusst drumherum planen.

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