Städtetrip Sarajevo
Sarajevo ist die Stadt, in der du in fünf Minuten vom osmanischen Basar in die k.u.k.-Innenstadt läufst, vorbei an Minaretten, Kirchtürmen und Einschusslöchern. Fertige Routen ab der Tram-Endstation führen dich von der Baščaršija über die Lateinerbrücke von 1914 bis hinauf auf die Gelbe Bastion über den Dächern - ganz ohne eigene Planung.
🗺️ Sarajevo interaktiv öffnen – Karte & NavigationUnsere Rundgänge durch Sarajevo
Fertige Routen ab der Station führen dich durch Sarajevo – vom ersten Schritt an zu den richtigen Ecken, ganz ohne eigene Planung.
Baščaršija, Miljacka & Aussicht
Vom osmanischen Basar Baščaršija mit dem Sebilj-Brunnen zur großen Gazi-Husrev-Beg-Moschee und über die Linie im Pflaster, wo Orient und k.u.k.-Stadt aufeinandertreffen. Weiter ins Museum über die Belagerung, an die Miljacka zur Lateinerbrücke von 1914 und zur wiederaufgebauten Vijećnica. Zum Schluss hinauf auf die Gelbe Bastion, optional mit der Seilbahn auf den Trebević.
- Baščaršija & Sebilj – Der osmanische Basar aus dem 15. Jahrhundert ist das Herz Sarajevos: enge Gassen, in denen bis heute Kupferschmiede hämmern, Kaffeeläden, Teppiche und ein Cevapi-Grill neben dem anderen. Mittendrin steht der hölzerne Sebilj-Brunnen, umringt von Tauben und von allen, die sich hier verabreden. Trink einen bosnischen Kaffee im Kupferkännchen, mit Zuckerwürfel und Rahatlokum dazu - das dauert bewusst länger als ein Espresso. Die Tram endet direkt am Platz, du startest also genau hier.
- Gazi-Husrev-Beg-Moschee – Die größte historische Moschee des Landes wurde 1531 vom osmanischen Statthalter Gazi Husrev-beg gestiftet und ist bis heute das religiöse Zentrum des Basarviertels. Im Innenhof plätschert der Brunnen für die rituelle Waschung, daneben stehen die Grabmäler des Stifters und seines Verwalters. Besichtigen kannst du sie außerhalb der Gebetszeiten: Schuhe aus, Schultern und Knie bedeckt, Kopftücher liegen am Eingang bereit. Ein kleiner Eintritt wird vor Ort verlangt, der Innenraum mit den bemalten Kuppeln ist die Sache wert.
- Sarajevo Meeting of Cultures – Mitten in der Fußgängerzone markiert eine Linie im Pflaster die Stelle, an der das osmanische Sarajevo auf die österreichisch-ungarische Stadt trifft. Drehst du dich einmal um die eigene Achse, hast du auf der einen Seite niedrige Basargassen mit Holzläden, auf der anderen die repräsentativen Fassaden der k.u.k. Zeit. Das ist der kürzeste Weg, diese Stadt zu verstehen: 400 Jahre Osmanisches Reich und 40 Jahre Habsburg, getrennt durch einen Schritt. Zwei Fotos in beide Richtungen erklären mehr als jeder Reiseführer.
- Museum der Verbrechen gegen die Menschlichkeit – Das kleine Museum erzählt die Belagerung Sarajevos von 1992 bis 1995 aus der Sicht der Menschen, die sie erlebt haben: Fotos, Videointerviews, Alltagsgegenstände aus einer Stadt ohne Strom, Wasser und Ausweg. Fast vier Jahre lang war Sarajevo eingeschlossen, es ist die längste Belagerung einer Hauptstadt in der modernen Geschichte. Der Rundgang dauert etwa eine Stunde und ist bedrückend - ohne ihn verstehst du den Rest des Tages aber nur halb. Plan danach bewusst eine Pause im Café ein.
- Lateinerbrücke – An der Nordseite dieser unscheinbaren osmanischen Steinbrücke erschoss Gavrilo Princip am 28. Juni 1914 den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und dessen Frau Sophie. Wenige Wochen später begann der Erste Weltkrieg. Eine Gedenktafel am Eckhaus und ein kleines Museum darin erinnern an den Tag. Die Brücke selbst überquerst du in zwei Minuten - trotzdem ist das einer der folgenreichsten Punkte der europäischen Geschichte.
- Vijećnica (Rathaus) – Der rot-gelb gestreifte Prachtbau im pseudomaurischen Stil entstand in den 1890er Jahren als Rathaus und wurde später Nationalbibliothek. In der Nacht zum 26. August 1992 brannte er nach Beschuss vollständig aus, rund zwei Millionen Bücher und Handschriften gingen verloren. Nach über 20 Jahren Wiederaufbau ist die Vijećnica seit 2014 wieder offen - das Atrium mit den Bögen, den Ornamenten und dem Glasdach kannst du besichtigen. Vom gegenüberliegenden Ufer bekommst du die ganze Fassade ins Bild.
- Gelbe Bastion (žuta Tabija) – Die Bastion gehört zur alten Festungsmauer von Vratnik und liegt genau so hoch, dass du den ganzen Talkessel überblickst: Minarette, rote Dächer, die Miljacka und die weißen Grabsteine an den Hängen. Der Weg hinauf führt durch ein steiles Wohnviertel und am Friedhof Kovači vorbei, wo die Toten der Belagerung liegen. Oben gibt es ein einfaches Café mit Plastikstühlen, mehr braucht es nicht. Im Ramadan wird von hier die Kanone abgefeuert, die das Fastenbrechen ankündigt - und zum Sonnenuntergang ist es der beliebteste Platz der Stadt.
- Seilbahn auf den Trebević – Wenn nach der Bastion noch Zeit ist, hängst du den Hausberg dran: Die Seilbahn von 1959 wurde im Krieg zerstört und 2018 wieder eröffnet, seitdem bringt sie dich in gut sieben Minuten hinauf auf den Trebević. Oben liegen Wald, Wanderwege und die verfallene Bobbahn der Olympischen Winterspiele von 1984, heute komplett mit Graffiti überzogen. Der Blick über den Talkessel ist der weiteste, den du in Sarajevo bekommst. Bleib auf den markierten Wegen - abseits davon ist der Berg nicht überall geräumt.
Vor Ort: Anreise & Fortbewegung
In Sarajevo fährst du mit GRAS: Tram, Trolleybus und Bus. Die Tramlinien enden direkt an der Baščaršija, die Linie 3 fährt quer durch die Stadt bis nach Ilidža. Tickets kaufst du am Kiosk (billiger) oder beim Fahrer und entwertest sie im Fahrzeug. Vom Flughafen bist du mit dem Taxi in rund 20 Min. im Zentrum, günstiger ist der Bus bis Ilidža und von dort die Tram 3. Bezahlt wird in Konvertiblen Mark (KM/BAM), fest an den Euro gekoppelt - Karte geht im Zentrum meist, im Basar und im Taxi brauchst du Bargeld. Und: Die Altstadt selbst läufst du komplett zu Fuß.
Ausgehen & Nachtleben
Rooftop-Bars
- Kod Bibana – Terrassenrestaurant hoch über der Stadt mit dem wohl besten Talblick Sarajevos - kein klassischer Rooftop, sondern Hanglage über Vratnik. Bosnische Küche, gutes Frühstück, und am Abend liegt dir die ganze Stadt beleuchtet zu Füßen. Fahr mit dem Taxi hoch und lauf zu Fuß zurück, der Aufstieg ist wirklich steil.
Ausgehviertel
- Baščaršija und Ferhadija – Abends flaniert die halbe Stadt über die Ferhadija zwischen Basar und k.u.k.-Viertel - das ist Sarajevos Version des Ausgehens. Rund um die Baščaršija sitzt man bei Kaffee und Wasserpfeife, harter Alkohol ist im Basarteil eher selten. Je weiter westlich du gehst, desto mehr Bars und desto später wird es.
Essen & Restaurants
- Ćevabdžinica Željo – Die bekannteste Cevapi-Adresse der Stadt und seit Jahrzehnten eine Institution im Basar. Ehrlich gesagt schwankt die Qualität seit einigen Jahren, die Nachbarlokale in derselben Gasse sind oft genauso gut - probier dich einfach durch. Bestellt wird nach Stückzahl, dazu kommen Somun-Brot, rohe Zwiebeln und Kajmak.
Bars & Clubs
- Zlatna Ribica – Winzige Bar, vollgestopft mit Antiquitäten, alten Lampen und Kuriositäten - und eine der wenigen rauchfreien Adressen der Stadt. Die Rechnung kommt in einem alten Buch, der Weg zur Toilette führt an einer Sammlung skurriler Objekte vorbei. Komm früh, es passen kaum zwanzig Leute rein.
Bühne & Konzerte
- Nationaltheater Sarajevo – Klassizistisches Haus von 1921 mit Oper, Ballett und Schauspiel, mitten im k.u.k.-Viertel. Die Karten kosten oft nur ein paar Mark - damit ist es einer der günstigsten Opernabende Europas. Gespielt wird meist auf Bosnisch, Ballett und Oper verstehst du trotzdem; Spielplan vorher checken.
Alle Stationen für Sarajevo in der App ansehen →