Städtetrip Ljubljana
Ljubljana ist die kleinste Hauptstadt, die sich wie eine Kleinstadt anfühlt und trotzdem alles hat: eine autofreie Altstadt am Fluss, Plečniks Brücken und eine Burg über den Dächern. Fertige Routen ab dem Prešernov trg führen dich über die Drei Brücken zu den Marktkolonnaden, mit der Standseilbahn hinauf zur Burg und danach per Boot über die Ljubljanica - ganz ohne eigene Planung.
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Fertige Routen ab der Station führen dich durch Ljubljana – vom ersten Schritt an zu den richtigen Ecken, ganz ohne eigene Planung.
Altstadt, Burg & Fluss
Vom Prešernov trg über Plečniks Drei Brücken zu den Marktkolonnaden und der Drachenbrücke, dann durch die Barockzeile am Mestni trg. Mit der Standseilbahn hinauf zur Burg mit Aussichtsturm, danach eine Bootsfahrt auf der Ljubljanica, ein Stopp an der Schusterbrücke und zum Schluss die Nationalgalerie am Tivoli-Park.
- Prešernov trg – Der Prešernov trg ist das Wohnzimmer der Stadt: autofrei, rundum bunte Fassaden und mittendrin das Denkmal für France Prešeren, den Nationaldichter Sloweniens. Hinter ihm leuchtet die rosarote Franziskanerkirche aus dem 17. Jahrhundert, das Wahrzeichen des Platzes. Von hier gehen alle Wege ab - über die Tromostovje in die Altstadt oder die Fußgängerstraße Čopova hinauf. Am Abend treffen sich hier ohnehin alle, bevor es weitergeht.
- Tromostovje (Drei Brücken) – Drei Brücken direkt nebeneinander, das gibt es sonst nirgends: Jože Plečnik stellte der alten Steinbrücke von 1842 im Jahr 1932 zwei schräge Fußgängerbrücken zur Seite. Aus einem Nadelöhr wurde so ein Platz über dem Wasser, mit Balustraden, Laternen und Treppen hinunter zum Fluss. Seit 2021 gehört das Ensemble zum UNESCO-Welterbe von Plečniks Ljubljana. Zwei Minuten Weg, aber du wirst hier länger stehen bleiben.
- Zentralmarkt (Plečnik-Kolonnaden) – Plečniks Marktkolonnaden ziehen sich in einem langen Bogen am Flussufer entlang - oben die Stände mit Obst, Käse und Honig, unten am Wasser die Fischhalle. Der offene Markt auf dem Platz davor ist am Vormittag am vollsten, danach wird abgebaut. Freitags von Frühjahr bis Herbst übernimmt die Open Kitchen (Odprta kuhna) den Platz und macht daraus einen Streetfood-Markt mit Ständen aus dem ganzen Land. Sonntags ist hier alles zu.
- Drachenbrücke – Vier grüne Drachen bewachen die Ecken der Brücke von 1901 - das Wappentier Ljubljanas und für viele das Fotomotiv der Stadt schlechthin. Die Brücke war eine der ersten großen Stahlbetonbrücken Europas und ist ganz im Wiener Jugendstil dekoriert, bis hin zu den Laternen. Der Sage nach erschlug hier einst Jason den Drachen, bevor die Stadt gegründet wurde. Nimm dir kurz Zeit für beide Seiten, die Drachen sehen von jeder anders aus.
- Mestni trg (Rathausplatz) – Die Altstadt zieht sich als schmale Barockzeile am Fuß des Burgbergs entlang - Mestni trg, Stari trg und Gornji trg gehen fast unmerklich ineinander über. Vor dem Rathaus steht der Robba-Brunnen mit den drei Krainer Flüssen; das Original von Francesco Robba wurde 2006 in die Nationalgalerie gebracht, hier plätschert eine Kopie. Ins Rathaus, den Rotovž, darfst du tagsüber kurz in den Arkadenhof schauen. Rundum sitzt man gut in den Cafés, das ist der beste Kaffeestopp des Tages.
- Burg von Ljubljana – Vom Krekov trg fährt die Standseilbahn in gut einer Minute auf den Burgberg - hoch laufen kannst du, musst du aber wirklich nicht. Die Mauern oben stammen größtenteils aus dem 15. bis 17. Jahrhundert; die Burg war Festung, Kaserne und im 19. Jahrhundert sogar Gefängnis. Das eigentliche Ziel ist der Aussichtsturm: von dort geht der Blick über die roten Dächer der Altstadt und bei klarer Sicht bis zu den Alpen. Dazu gibt es die Ausstellung zur slowenischen Geschichte, ein Puppentheatermuseum und zwei Lokale im Hof.
- Bootsfahrt auf der Ljubljanica – Eine knappe Stunde auf der Ljubljanica, unter allen Brücken durch und an den Uferzeilen entlang - die entspannteste Art, die Stadt zu sehen, und nach dem Burgberg genau richtig. Vom Wasser aus merkst du erst, wie konsequent Plečnik das ganze Ufer als Bühne gestaltet hat: Treppen, Terrassen und Weiden bis hinunter zum Fluss. Die Boote legen am Breg und an den Kais im Zentrum ab, Tickets bekommst du direkt am Anleger. Im Sommer buchst du besser vorab, dann sind die Nachmittagsfahrten schnell voll.
- Schusterbrücke (Šuštarski most) – Die Brücke heißt so, weil hier im Mittelalter die Schuster ihre Werkstätten direkt auf dem Übergang hatten. Plečnik baute sie 1932 neu - mit Säulen, Balustraden und Laternen, sodass sie eher wie ein kleiner Platz wirkt als wie eine Brücke. Sie ist deutlich ruhiger als die Tromostovje ein paar hundert Meter weiter, und zwischen den Säulen hindurch hast du die Burg perfekt im Bild.
- Nationalgalerie – Die Nationalgalerie zeigt slowenische Kunst vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert, ihr Herzstück sind die Impressionisten um Rihard Jakopič, Ivan Grohar und Matija Jama. Im gläsernen Verbindungsbau steht das Original des Robba-Brunnens, den du am Vormittag vor dem Rathaus als Kopie gesehen hast. Der Prunkbau von 1896 war ursprünglich als slowenisches Vereinshaus gebaut worden. Montags ist zu - dann läufst du einfach in den Tivoli-Park nebenan und lässt den Tag dort ausklingen.
Vor Ort: Anreise & Fortbewegung
In Ljubljana fährst du mit den LPP-Stadtbussen - und zwar nur mit der Urbana-Karte, Bargeld nimmt der Fahrer nicht. Die Karte bekommst und lädst du an Urbanomat-Automaten, an Kiosken und in der Touristeninfo. Ehrlich gesagt brauchst du den Bus kaum: Das Zentrum ist winzig und komplett zu Fuß machbar, in der Fußgängerzone fahren die kleinen Elektrowagen "Kavalir" sogar gratis. Vom Flughafen Jože Pučnik sind es rund 25 km, die Buslinie 28 braucht knapp eine Stunde, Shuttle oder Taxi sind schneller. Bezahlt wird in Euro, Karte geht fast überall.
Ausgehen & Nachtleben
Rooftop-Bars
- Nebotičnik – Das Dachcafé sitzt im obersten Stock des "Wolkenkratzers" von 1933, der damals eines der höchsten Gebäude Mitteleuropas war. Von der Terrasse siehst du rundum über die Altstadt zur Burg und bei klarer Sicht bis in die Alpen. Der Eingang unten ist unscheinbar - einfach in den Aufzug im Haus steigen.
Ausgehviertel
- Metelkova – Ein autonomes Kulturzentrum in einer ehemaligen Kaserne der jugoslawischen Armee, seit 1993 besetzt: jeder Quadratmeter bemalt, dazwischen Skulpturen aus Schrott. Abends laufen in den Clubs Konzerte, Punk, Techno und Queer-Partys nebeneinander. Rau, alternativ und ziemlich das Gegenteil der geleckten Altstadt - nicht jedermanns Sache.
Essen & Restaurants
- Gostilna As – Fisch und Pasta in einem versteckten Innenhof mitten im Zentrum: drinnen das gesetzte Restaurant, draußen der Aperitivo-Garten, der abends voll wird. Eine der bekanntesten Adressen der Stadt, entsprechend solltest du reservieren.
Bars & Clubs
- Kavarna Zvezda – Das Café am Kongresni trg ist die Adresse für Kuchen in Ljubljana, allen voran die slowenische Cremeschnitte. Abends sitzt du auf der Terrasse mit Blick über den Platz - statt Cocktails gibt es Kaffee, Wein und Eis. Ein ruhiger Ausklang, wenn dir Metelkova zu viel ist.
Bühne & Konzerte
- Cankarjev dom – Das größte Kultur- und Kongresszentrum Sloweniens liegt am Trg republike, gleich hinter dem Regierungsviertel. Auf dem Programm stehen Sinfoniekonzerte, Theater, Tanz, Film und die großen Festivals der Stadt. Die Tickets sind meist deutlich günstiger als in Wien oder München.
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