Städtetrip Turin
Turin ist die Stadt der Savoyer: schnurgerade Straßen, rund 18 Kilometer Arkaden, Barockplätze und das größte Ägyptische Museum außerhalb Kairos. Fertige Routen ab Porta Nuova führen dich über die Piazza Castello ins Museo Egizio und am Nachmittag mit dem Panoramaaufzug hinauf in die Mole Antonelliana - ganz ohne eigene Planung.
🗺️ Turin interaktiv öffnen – Karte & NavigationUnsere Rundgänge durch Turin
Fertige Routen ab der Station führen dich durch Turin – vom ersten Schritt an zu den richtigen Ecken, ganz ohne eigene Planung.
Piazza Castello, Museo Egizio & Mole
Von der Piazza Castello mit dem Palazzo Madama und den Arkaden in die Residenz der Savoyer, dann die Via Roma hinunter zur Piazza San Carlo mit ihren historischen Cafés. Weiter ins Museo Egizio, die größte Ägypten-Sammlung außerhalb Kairos, und am Nachmittag mit dem Panoramaaufzug hinauf in die Mole Antonelliana. Wer noch Lust hat, hängt den Aussichtsbalkon am Monte dei Cappuccini über dem Po an.
- Piazza Castello – Der Rundgang beginnt auf dem Platz, um den herum die Savoyer ihre Hauptstadt gebaut haben. In der Mitte steht das Palazzo Madama, hinten eine mittelalterliche Burg, vorne eine strahlend weiße Barockfassade von Filippo Juvarra. Ringsum laufen die Arkaden weiter, von denen Turin rund 18 Kilometer hat - bei Regen kommst du hier fast trocken durch die Stadt. Von diesem Platz gehen die großen Achsen sternförmig ab: Via Roma nach Süden, Via Po zum Fluss, Via Garibaldi nach Westen.
- Palazzo Reale – Am Nordrand des Platzes liegt die Residenz der Savoyer, seit 1997 UNESCO-Welterbe. Ein Ticket deckt gleich mehrere Häuser ab: die Prunkräume mit Thronsaal und Spiegelgalerie, die Königliche Waffenkammer mit einer der wichtigsten Rüstungssammlungen der Welt, die Gemäldegalerie Galleria Sabauda und die Grabtuchkapelle von Guarino Guarini mit ihrer schwindelerregenden Steinkuppel. Dahinter liegen die Königlichen Gärten. Plan genug Zeit ein - schnell durchlaufen funktioniert hier nicht.
- Piazza San Carlo – Die Turiner nennen diesen Platz ihren Salon: ein streng symmetrischer Barockraum mit zwei Zwillingskirchen am Südende und dem Reiterstandbild Emanuele Filibertos in der Mitte, das im Dialekt nur "Caval ëd Brôns" heißt. Unter den Arkaden sitzen die historischen Cafés der Stadt, das Caffè Torino und das Caffè San Carlo, mit Stuck, Spiegeln und Preisen aus einer anderen Zeit. Trink einen Bicerin, die Turiner Schichtung aus Espresso, Trinkschokolade und Sahne. Erfunden wurde er allerdings ein paar Straßen weiter, im Caffè Al Bicerin an der Piazza della Consolata.
- Museo Egizio – Das Herzstück des Tages: 1824 gegründet, ist das Museo Egizio das älteste Ägypten-Museum der Welt und nach Kairo die größte Sammlung überhaupt. Auf vier Etagen stehen Sarkophage, Papyri und ganze Grabausstattungen, darunter das fast unversehrt gefundene Grab des Baumeisters Kha und seiner Frau Merit sowie die dunkle Königsgalerie mit den Statuen der Pharaonen. Buch ein Zeitfenster-Ticket vorab, sonst stehst du. Und nimm Audioguide oder Führung - ohne verlierst du in der Fülle schnell den roten Faden. Plan zweieinhalb bis drei Stunden ein.
- Mole Antonelliana & Kinomuseum – 167 Meter hoch, ursprünglich als Synagoge begonnen und von Alessandro Antonelli immer weiter in die Höhe getrieben - heute ist die Mole das Wahrzeichen Turins und steht sogar auf der italienischen 2-Cent-Münze. Innen sitzt das Nationale Kinomuseum: In der riesigen Halle liegst du auf roten Liegesesseln und schaust Filme an, ringsum führt eine Rampe spiralförmig durch die Filmgeschichte nach oben. Der gläserne Panoramaaufzug fährt mitten durch diese Halle in gut einer Minute auf 85 Meter, von oben siehst du über die Dächer bis zur Alpenkette. Dienstags ist zu, und der Aufzug braucht ein eigenes Ticket - buch es vorab.
- Monte dei Cappuccini – Wenn du noch Kraft hast, hängst du diesen Aussichtsbalkon an: über die Po-Brücke und dann 10 bis 15 Minuten bergauf zur Kirche Santa Maria al Monte. Von der Terrasse davor liegt dir die ganze Stadt zu Füßen - der Po im Vordergrund, die Mole in der Mitte, an klaren Tagen die Alpenkette als Abschluss. Direkt daneben sitzt das Nationale Bergmuseum. Am schönsten ist es in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang, wenn die Fassaden warm werden.
Vor Ort: Anreise & Fortbewegung
In Turin fährst du mit der GTT: eine fahrerlose Metrolinie unter der Stadt, dazu ein dichtes Netz aus Straßenbahnen und Bussen. Tickets kaufst du per App, am Automaten oder im Tabacchi und entwertest sie vor Fahrtantritt. Vom Flughafen Torino-Caselle bringt dich der Flughafenbus in rund 45 Min. zu Porta Susa und Porta Nuova. Das Zentrum ist flach und schachbrettartig, und dank der Arkaden kommst du selbst bei Regen fast trocken durch. Bezahlt wird in Euro, Karte fast überall. Und: Der Aperitivo wurde hier erfunden - ab etwa 18:30 Uhr gehört zum Getränk in vielen Bars das Buffet dazu.
Ausgehen & Nachtleben
Rooftop-Bars
- Piano 35 – Bar und Restaurant im 35. Stock von Renzo Pianos Wolkenkratzer, hinter Glas und mitten in einem begrünten Gewächshaus - unter dir die schnurgeraden Straßen Turins, am Horizont die Alpenkette. Nimm den Aperitivo statt des großen Menüs, dann stimmt auch der Preis.
Ausgehviertel
- Piazza Vittorio Veneto & Quadrilatero Romano – Turin hat den Aperitivo erfunden, und abends siehst du das sofort: Unter den Arkaden der riesigen Piazza Vittorio Veneto und in den engen Gassen des Quadrilatero Romano stehen die Leute mit Glas in der Hand vor den Bars. Zwei Viertel, zehn Gehminuten auseinander - das eine weit und repräsentativ, das andere eng und laut.
Essen & Restaurants
- Consorzio – Piemontesische Küche ohne Schnörkel im Quadrilatero: Vitello Tonnato, handgemachte Agnolotti und, wenn du dich traust, Innereien in allen Varianten. Bodenständig, sehr gut und meist voll - reservier lieber vorher. Tagsüber lohnt der Bicerin im Caffè Al Bicerin an der Consolata, ein paar Straßen weiter.
Bars & Clubs
- Trivè All Day Bar – Bar an der Piazza Vittorio Veneto, die den ganzen Tag durchläuft: morgens Caffè am Tresen, abends Aperitivo und Cocktails auf der Terrasse zum Platz hin. Ein guter erster oder letzter Halt, weil hier fast immer noch etwas geht.
Bühne & Konzerte
- Teatro Regio – Turins Opernhaus liegt direkt an der Piazza Castello: hinter der historischen Fassade ein völlig moderner Saal, weil das alte Haus 1936 abbrannte und erst 1973 neu eröffnet wurde. Über der Bühne laufen Übertitel mit, du kommst also auch ohne Italienisch durch den Abend.
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