Städtetrip Turin
Unter rund 18 Kilometern Arkaden kommst du hier im Trockenen durch die halbe Stadt. Turin war die Residenz der Savoyer, mit schnurgeraden Straßen, Barockplätzen und dem bedeutendsten Ägyptischen Museum außerhalb Kairos. Eine fertige Tagesroute ab Porta Nuova führt über die Piazza Castello hinauf in die Mole Antonelliana.
Unsere Rundgänge durch Turin
Fertige Routen ab der Station führen dich durch Turin, vom ersten Schritt an zu den richtigen Ecken, ganz ohne eigene Planung.
Piazza Castello, Museo Egizio & Mole
Von der Piazza Castello mit dem Palazzo Madama und den Arkaden in die Residenz der Savoyer, dann die Via Roma hinunter zur Piazza San Carlo mit ihren historischen Cafés. Weiter ins Museo Egizio, die bedeutendste Ägypten-Sammlung außerhalb Kairos, und am Nachmittag mit dem Panoramaaufzug hinauf in die Mole Antonelliana. Wer noch Lust hat, hängt den Aussichtsbalkon am Monte dei Cappuccini über dem Po an.
Ausgehen & Nachtleben
Piano 35 · Piazza Vittorio Veneto & Quadrilatero Romano · Consorzio · Trivè All Day Bar · Teatro Regio
Infos zu Turin
Nahverkehr
Betreiber. Gruppo Torinese Trasporti, kurz GTT, fährt in Turin und den Umlandgemeinden mit acht Straßenbahnlinien, über 80 Buslinien und der automatischen Metro. Rund 640.000 Fahrgäste sind täglich unterwegs, die Fahrzeuge legen zusammen über 56 Millionen Kilometer im Jahr zurück. Dazu kommt das Servizio Ferroviario Metropolitano, die S-Bahn des Ballungsraums, die Trenitalia betreibt und die die Bahnhöfe Lingotto, Porta Susa, Rebaudengo Fossata und Corso Grosseto verknüpft. Den Tarifrahmen für Stadt, Umland und Region setzt die Agenzia della mobilità piemontese, deshalb passen GTT-Tickets und die integrierten Fahrscheine für Bahn und Bus zusammen. Für Besucher heißt das praktisch, ein einziger Stadtfahrschein deckt Metro, Tram und Bus im gesamten urbanen und suburbanen Netz ab, für die Bahn braucht es die integrierten Varianten.
Liniennetz. Eine Metrolinie, dazu ein dichtes Straßenbahnnetz.
Verkehrsmittel. Metro · Straßenbahn · Bus · S-Bahn (Servizio Ferroviario Metropolitano) · Zahnradbahn Sassi-Superga
Betriebszeiten. Für die Metro gelten feste Zeiten an beiden Endpunkten Fermi in Collegno und Bengasi im Süden. Montag bis Donnerstag beginnt der Betrieb um 5.30 Uhr, die letzte Abfahrt an beiden Enden geht um 21.30 Uhr, danach übernimmt von 22.00 bis 0.30 Uhr die Ersatzbuslinie M1S. Freitag und Samstag fährt die Metro von 5.30 bis 1.00 Uhr durch, ein Ersatzbus entfällt. Sonntags und an Feiertagen läuft die Metro erst ab 7.00 Uhr und endet um 21.30 Uhr, der M1S fährt dann morgens von 5.30 bis 7.00 Uhr und abends von 22.00 bis 0.30 Uhr. Der M1S hält nur an den Metrostationen und bedient die ganze Strecke Fermi bis Bengasi. Die Metro ist vollautomatisch, sie fährt nach dem VAL-System ohne Fahrer, und braucht für die Gesamtstrecke rund 25 Minuten. Im August dünnt GTT viele Buslinien auf Feiertagsfahrplan aus oder stellt sie ganz ein, Straßenbahnen fahren dagegen regulär.
Nachtverkehr. Das Nachtnetz heißt Night Buster und ist ein Gemeinschaftsprojekt von GTT, der Agenzia della mobilità piemontese und der Stadt. In der Saison vom 26. Juni bis 12. September 2026 verbinden 17 Linien das Zentrum mit 29 Gemeinden des Ballungsraums. Gefahren wird jeden Freitag, jeden Samstag und an Vorfeiertagen jeweils zwischen 23.00 und 5.00 Uhr. Die erste Abfahrt von den Außenendpunkten ist um 0.00 Uhr, die letzte um 4.00 Uhr, stadtauswärts ab Piazza Vittorio Veneto fährt der erste Bus um 1.00 Uhr und der letzte um 5.00 Uhr. Der Takt hängt von der Linie ab, W1, N8 und S4 fahren stündlich, N4, S5 und S18 alle zwei Stunden. Alle Nachtlinien laufen sternförmig auf die Piazza Vittorio Veneto zu, dort steigt man um. Es braucht kein Sondertarif, dieselben Einzelfahrscheine und Zeitkarten wie tagsüber gelten auch nachts.
Ticketkauf. GTT nennt rund 750 autorisierte Verkaufsstellen in Turin und weitere 600 im Umland, meist Tabaccherie, Kioske und Bars, dazu gibt es eine dynamische Karte der Verkaufsstellen zum Herunterladen. In jeder Metrostation stehen Automaten, die Bargeld und Karten akzeptieren und neben dem City-Ticket für 2,00 Euro auch die Tageskarte für 4,50 Euro und die mehrtägigen Touristentickets ausgeben. Wer nichts suchen will, kauft in der App TO Move, dort reicht die Bandbreite vom City-Ticket für 1,90 Euro bis zum Siebenerpaket für 21,00 Euro. Die dritte Möglichkeit ist Tap and Go, also das direkte Auflegen einer kontaktlosen Bankkarte an den Metro-Drehkreuzen und an den Lesegeräten in Bussen neuerer Bauart. Papierfahrscheine erscheinen als Chip on Paper und müssen an den Entwertern im Fahrzeug abgestempelt werden, die Zeitkarten laufen alternativ auf der Chipkarte BIP.
App und Bezahlen. Die offizielle App heißt TO Move, sie gibt es für Android und iOS und sie führt das gesamte Stadtsortiment, vom City-Ticket für 1,90 Euro bis zum MultiDaily 7 für 21,00 Euro. Digital gekaufte Tickets bleiben 365 Tage gültig, bis man sie das erste Mal aktiviert, auf der Chipkarte BIP sind es 730 Tage beim City-Ticket und 360 Tage bei der Tageskarte. Wer gar nichts installieren will, nutzt Tap and Go. GTT akzeptiert kontaktlose Bankkarten der Netze Visa, Mastercard und American Express an den Drehkreuzen der Metro und an Bord der neueren Busse, der Fahrpreis liegt dabei bei 1,70 Euro und damit unter dem Automatenpreis. Bargeld funktioniert weiterhin an den Automaten in den Metrostationen und an den Verkaufsstellen.
Welches Ticket. Das Standardticket heißt City 100 und gilt 100 Minuten lang für beliebig viele Umstiege, eine Metrofahrt eingeschlossen. Es kostet 1,90 Euro digital und 2,00 Euro als Chip on Paper. Kontaktlos per Bankkarte sind es nur 1,70 Euro je Fahrt. Das Sechserpaket MultiCity kostet 11,80 Euro, also 1,97 Euro je Fahrt, und lohnt damit gegenüber Papier, nicht gegenüber der App. Die Tageskarte Daily kostet 3,70 Euro digital und 4,50 Euro auf Papier. Digital entspricht sie 1,9 Einzelfahrten, auf Papier 2,25. Wer also an einem Tag zweimal fährt, zahlt mit der Tageskarte etwa dasselbe, ab der dritten Fahrt liegt sie darunter. Für Gruppen gibt es Daily x4 für 12,00 Euro digital, gültig für bis zu vier gemeinsam Reisende, das sind 3,00 Euro je Person. MultiDaily 7 bündelt sieben digitale Tageskarten für 21,00 Euro und darf auf nicht zusammenhängende Tage verteilt werden. Für zwei bis drei Tage Aufenthalt sind die Touristentickets die naheliegende Wahl, Tour 48 Stunden für 7,80 Euro digital und 9,50 Euro auf Papier, Tour 72 Stunden für 10,30 Euro digital und 12,50 Euro auf Papier. Zwei Rechenpunkte dazu. Zwei digitale Tageskarten kosten zusammen 7,40 Euro und sind damit günstiger als das 48-Stunden-Ticket, drei digitale Tageskarten kosten 11,10 Euro und sind teurer als das 72-Stunden-Ticket. Wer eine Torino+Piemonte Card kauft, bekommt am Tourismusbüro ein Transportticket für 7,00 Euro über 48 Stunden oder 9,00 Euro über 72 Stunden, Kinder von 3 bis 10 Jahren zahlen 3,00 Euro.
Tarifzonen. Innerhalb Turins gibt es keine Zonen, das City-Ticket deckt das gesamte Stadt- und Vorortnetz ab. Für Regionalzüge braucht es die integrierten Fahrscheine, Integrato A für 3,90 Euro über 100 Minuten im ersten Gürtel, Integrato B für 4,60 Euro über 120 Minuten im zweiten.
Tipp. Die Arkaden entlang der Via Roma halten dich achtzehn Kilometer lang trocken.
Links
- GTT, Tickets für Stadt- und Vorortverkehr mit allen Preisen
- GTT, Verkaufsstellen und Zahlungswege auf Englisch
- GTT, Metropolitana mit Betriebszeiten und Ersatzbus M1S
- GTT, Nachtnetz Night Buster
- GTT, Karten und Routenplaner
- GTT, Zahnradbahn Sassi-Superga
- Turismo Torino, Torino+Piemonte Card mit Transport-Zusatz
- GTT – Vorrangslinien (PDF)
- Netzplan
Anreise
Hauptbahnhof
Lage. Zentraler Kopfbahnhof am Ende der Via Roma. Zweiter Bahnhof ist Porta Susa.
Fernverkehr. Porta Nuova ist Turins Fernverkehrsbahnhof mit 20 Bahnsteiggleisen, alle stufenfrei erreichbar. Die Hauptachse der Frecciarossa führt über Milano, Reggio Emilia, Bologna und Firenze nach Roma, Napoli und Salerno, einzelne Umläufe fahren weiter bis Reggio Calabria oder über Rimini und Ancona nach Bari, Lecce und Taranto. Eine dritte Linie verbindet Turin über Milano, Brescia und Verona mit Venezia, Bolzano und Genova. Italo bedient parallel dazu Roma und Salerno. Regionalzüge und Regionale-Veloce-Züge fahren nach Milano Centrale, Genova, Ivrea, Susa und Bardonecchia. Der Bahnhof liegt an der Metrostation Porta Nuova, die Sala Blu für Reisende mit eingeschränkter Mobilität ist täglich von 7.45 bis 22.30 Uhr besetzt und nimmt Anmeldungen bis eine Stunde vor Abfahrt an. Neben Schaltern und Automaten gibt es Gepäckaufbewahrung, Apotheke, Polizeiposten und WLAN. Internationale Züge nach Frankreich nutzen nicht Porta Nuova, sondern den zweiten Bahnhof der Stadt.
Betriebszeiten. Die ersten Züge rollen ab 4.45 Uhr, es sind Vorortzüge der SFM. Der erste Fernzug verlässt den Bahnhof um 5.50 Uhr Richtung Napoli Centrale. Der letzte Fernzug ist ein Intercity Notte um 21.55 Uhr nach Salerno, die allerletzte Abfahrt geht um 22.45 Uhr.
Flughäfen
In die Stadt. Die Züge SFM4, SFM6 und SFM7 brauchen rund 30 Minuten bis Torino Porta Susa und kosten 3,70 Euro. Der Arriva-Bus fährt in 45 bis 50 Minuten zu Porta Nuova und Porta Susa für 7,50 Euro. Der Flibco-Shuttle schafft es in 30 Minuten ab 3,99 Euro online.
Taktung. Der Zug fährt werktags alle 30 Minuten, stadtauswärts von 5.01 bis 21.25 Uhr, vom Flughafen zurück von 6.00 bis 22.28 Uhr. Arriva fährt ganzjährig alle 15 bis 30 Minuten ab Piazza Carlo Felice. Flibco verkehrt täglich von 3.45 Uhr bis Mitternacht alle 30 Minuten.
Eigenheiten
- Kaffee heißt hier bicerin. Espresso, Trinkschokolade und Sahne in Schichten im Glas. Eine Turiner Erfindung.
- Die Torino+Piemonte Card enthält keine Fahrkarte. Museen, Schlösser und Königsresidenzen sind mit der Karte frei, der Nahverkehr nicht. Das Tourismusbüro verkauft Karteninhabern dafür ein eigenes Transportticket, 7,00 Euro für 48 Stunden und 9,00 Euro für 72 Stunden. Es unterbietet damit GTTs eigene Tour-Tickets, die digital 7,80 und 10,30 Euro kosten. Zu haben ist es nur am Schalter des Tourismusbüros, nicht am Automaten.
- Zur Basilika Superga fährt eine Zahnradstraßenbahn. Ab Station Sassi klettert seit 1884 eine Zahnradbahn 3.100 Meter weit und 425 Höhenmeter hinauf, im Schnitt 13,5 Prozent Steigung. Sie hat eigene Fahrpreise, werktags 4,00 Euro bergauf und 6,00 Euro hin und zurück, am Wochenende 6,00 und 9,00 Euro. Nach Sassi kommst du mit Tram 15 oder den Bussen 61 und 68. Fahrräder kosten 4,00 Euro extra.
Gut zu wissen
- Währung
- EUR €
- Notruf
- 112
- Steckertyp
- C · F · L
- Zeitzone
- Europe/Rome
- Verkehr
- rechts
Tempolimits. innerorts 50 km/h, außerorts 90 km/h, auf Schnellstraßen 110 km/h, Autobahn 130 km/h
Bei Regen gilt auf der Autobahn 110 km/h statt 130, auf Schnellstraßen 90 statt 110. Wer den Führerschein weniger als drei Jahre hat, fährt höchstens 100 km/h auf der Autobahn und 90 km/h auf Schnellstraßen. Innerorts sind 50 km/h die Regel, ausgeschilderte Stadtstraßen erlauben bis zu 70 km/h.
Trinkgeld. Kein Muss. Auf der Rechnung stehen oft coperto oder servizio. Wer zufrieden ist, rundet auf.
Maut. Autobahnen sind überwiegend gebührenpflichtig. Ticket bei der Auffahrt ziehen, bei der Abfahrt zahlen. Keine Vignette.
Zufahrt. Viele Altstädte sind für Auswärtige gesperrt. Kameras erfassen das Kennzeichen, der Bescheid kommt Monate später nach Hause. Zeiten und Zuschnitt unterscheiden sich von Stadt zu Stadt.