Städtetrip Brünn
Im Rathausdurchgang hängt ein ausgestopftes Krokodil, das alle den Drachen nennen. Die Domglocken läuten Mittag schon um elf, unter dem Zelný trh liegt fast 1 km Keller, und im Klostergarten zählte Mendel seine Erbsen. Eine fertige Tagesroute führt vom Hauptbahnhof bis zur Villa Tugendhat.
🗺️ Brünn interaktiv öffnen mit Karte & NavigationUnsere Rundgänge durch Brünn
Fertige Routen ab der Station führen dich durch Brünn, vom ersten Schritt an zu den richtigen Ecken, ganz ohne eigene Planung.
Petrov, Špilberk & Vila Tugendhat
Vom Hauptbahnhof hinauf zur Kathedrale auf dem Petrov, deren Glocken Mittag um elf läuten. Über die Pekařská zum Kloster, in dem Gregor Mendel die Regeln der Vererbung fand, und hinauf auf den Špilberk, Festung und berüchtigtes Gefängnis. Bergab zum Zelný trh mit dem Labyrinth darunter, durch das Alte Rathaus mit Drache und Rad zum Náměstí Svobody und zur Jakobskirche über dem Beinhaus. Zum Schluss bringt dich die Tram zur Villa Tugendhat von Mies van der Rohe.
- Katedrála sv. Petra a Pavla. Die beiden 84 m hohen Türme sind das Wahrzeichen der Stadt und stehen sogar auf der tschechischen Zehnkronenmünze. Sie sind jünger, als sie aussehen. August Kirstein gewann 1901 den Wettbewerb, die Türme entstanden 1904 und 1905, und bis 1908 bekam die alte Kirche ihr neugotisches Kleid. Der Bau selbst reicht bis ins 11. und 12. Jahrhundert zurück, eine romanische Krypta ist am Wochenende zugänglich. Hör um elf Uhr hin. Dann läuten die Glocken Mittag. Der Sage nach schwor der schwedische Feldherr Torstenson 1645, die Belagerung abzubrechen, wenn Brünn bis Mittag nicht gefallen sei. Die Verteidiger läuteten eine Stunde zu früh, und die Schweden zogen ab. Belegt ist der Abzug, nicht der Trick. Das Läuten um elf hält die Stadt bis heute bei.
- Mendelovo muzeum. In diesem Kloster kreuzte ein Mönch von 1856 bis 1863 Erbsen und zählte ihre Nachkommen. Gregor Johann Mendel trug die Ergebnisse 1865 dem Naturforschenden Verein in Brünn vor, Beachtung fanden sie erst um 1900. Das Museum der Masaryk-Universität erzählt sein Leben, im Garten liegen die Fundamente seines Gewächshauses von 1854. Gegründet hat die Abtei 1323 Königin Elisabeth Richza, nebenan steht ihre Basilika aus Backstein. Der Ort hat auch eine dunkle Seite. Vom Klostergarten aus begann in der Nacht zum 31. Mai 1945 der Brünner Todesmarsch. Auf Beschluss des tschechischen Landesnationalausschusses trieben tschechische Wachen und bewaffnete Arbeiter deutschsprachige Brünner, vor allem Frauen, Kinder und Alte, zu Fuß Richtung österreichische Grenze. Wie viele unterwegs und in den Lagern danach starben, ist umstritten. Die Angaben reichen von rund 1.700 bis über 5.000 Toten. Ein Gedenkstein von 1995 im Hof der Abtei erinnert an die Vertreibung der deutschen Bevölkerung im Mai 1945.
- Hrad Špilberk. Přemysl Otakar II. ließ die Burg Mitte des 13. Jahrhunderts auf den Felsen über der Stadt setzen. 1645 hielt sie zusammen mit Brünn mehr als drei Monate einer schwedischen Übermacht stand, danach wurde sie zur Barockfestung ausgebaut. Bekannt ist sie aber als Gefängnis. Ab 1783 ließ Joseph II. die schwersten Verbrecher in die Kasematten sperren, zeitweise angekettet. Später saßen politische Häftlinge hier, darunter der italienische Dichter Silvio Pellico, dessen Buch „Le mie prigioni“ den Kerker in ganz Europa bekannt machte. Im ersten Jahr der deutschen Besatzung hielten die Nationalsozialisten hier mehrere tausend tschechische Patrioten fest. Die Kasematten kannst du ohne Führung begehen. Im Erdgeschoss des Nordflügels erzählt die Ausstellung „Kasematy válečné“ vom Kriegsbeginn und den Luftangriffen auf Brünn von 1944 bis 1945.
- Zelný trh & Labyrint. Gehandelt wird auf diesem schrägen Platz seit dem 13. Jahrhundert. Er hieß zuerst Oberer Markt, ab dem 15. Jahrhundert Krautmarkt, und bis heute stehen hier einen Teil des Jahres Stände mit Obst, Gemüse und Blumen. Der Markt war auch ein Ort der Justiz, mit Pranger und einem Käfig für Verbrecher. In der Mitte steht der Parnas-Brunnen, entworfen von Johann Bernhard Fischer von Erlach und von 1693 bis 1695 gebaut. Das Interessanteste liegt 8 m unter dem Pflaster. Dort ziehen sich fast 1 km Gänge und Keller unter dem Platz hin. Händler lagerten hier ihre Waren, im Krieg suchten die Bewohner Schutz. 2009 wurde das Labyrinth umgebaut, seit 2011 ist es mit Führung zugänglich.
- Stará radnice. Das Alte Rathaus gilt als ältester weltlicher Bau der Stadt, seine Anfänge liegen im 13. Jahrhundert. Bis 1935 tagte hier der Stadtrat. Schau zuerst auf das gotische Portal, das Anton Pilgram von 1510 bis 1511 schuf. Die mittlere Fiale ist verbogen. Der Sage nach rächte sich der Baumeister so an den Ratsherren, die ihn nicht wie vereinbart bezahlt hatten. Im Durchgang dahinter hängen die beiden Wahrzeichen Brünns. Der „Drache“ ist ein ausgestopftes Krokodil, belegt schon 1568. Das Rad soll der Wagner Georg Birk 1636 für eine Wette an einem Tag gefertigt und von Lednice bis Brünn gerollt haben. Das ausgestellte Rad stammt allerdings aus einer Werkstatt und ist nicht aus einem Stück Holz. Auf den Turm führen 173 Stufen.
- Náměstí Svobody. Der Hauptplatz entstand im 13. Jahrhundert als Unterer Markt an der Kreuzung dreier Handelswege, daher seine Dreiecksform. Auf der Ostseite steht der schwarze Block, den alle Orloj nennen, obwohl er keine astronomische Uhr ist. Die knapp 6 m hohe Säule aus schwarzem südafrikanischem Stein hat die Form eines Geschosses und erinnert an die schwedische Belagerung von 1645. Die Zeit zeigen drehende Steinteile an der Spitze an, und sie abzulesen gilt als Kunst für sich. Täglich um elf rollt eine Glaskugel in eine der vier Öffnungen, und wer sie fängt, darf sie behalten. Seit der Enthüllung 2010 streiten die Brünner über Kosten und Form, für die es deftige Spitznamen gibt. Auf demselben Platz stehen die Pestsäule von 1679 und ein Brunnen mit Versen des Dichters Jan Skácel.
- Kostel sv. Jakuba & Kostnice. St. Jakob wird 1228 erstmals erwähnt und war zuerst die Kirche der deutschen, flämischen und wallonischen Siedler. Der heutige spätgotische Hallenbau entstand im 15. und 16. Jahrhundert, sein Turm misst 92 m. Schau am Turm in das südliche Fenster im ersten Geschoss, das zum Náměstí Svobody zeigt. Dort streckt ein steinernes Männchen sein nacktes Hinterteil Richtung Petrov. Die Brünner erzählen, St. Jakob habe so den Wettstreit um den höheren Turm gefeiert. Die Deutung kann aber erst aus dem 20. Jahrhundert stammen, denn die heutigen Petrov-Türme sind jünger als die Figur. Hinter dem Hochaltar steht das Grabmal von Raduit de Souches, dem Verteidiger von 1645. Unter dem Kirchplatz liegt das Beinhaus des alten Friedhofs, 2001 bei Grabungen wiederentdeckt. Es birgt schätzungsweise die Gebeine von rund 50.000 Menschen. Die Stadt nennt es nach den Pariser Katakomben das zweitgrößte Europas.
- Vila Tugendhat. Von der Straße wirkt das Haus wie ein flacher Bau, erst drinnen merkst du, dass es sich drei Geschosse den Hang hinunterzieht. Ludwig Mies van der Rohe entwarf es 1928 für Grete und Fritz Tugendhat aus jüdischen Textilfamilien, gebaut wurde in 14 Monaten bis Ende 1930. Stahlstützen tragen den offenen Wohnraum, zwei der großen Glasscheiben ließen sich elektrisch im Boden versenken, und die Onyxwand lässt in der Abendsonne Licht durch. Die Familie verließ das Land 1938 aus Angst vor der deutschen Besetzung, 1939 beschlagnahmte die Gestapo das Haus. Teile der Wand aus Makassar-Ebenholz fanden sich Jahrzehnte später in der früheren Gestapo-Kantine in der Juristischen Fakultät. Am 26. August 1992 wurde hier die Vereinbarung über die Teilung der Tschechoslowakei unterzeichnet. Seit 2001 ist die Villa UNESCO-Welterbe.
So planst du deinen Besuch
Ein voller Tag reicht. Die Route beginnt am Hauptbahnhof, hat acht Stopps und misst 5,3 km zu Fuß, zur Villa Tugendhat fährt die Tram. Die Innenräume der Villa brauchen ein vorab gebuchtes Zeitfenster, plane den Tag um diesen Termin. Wer wenig Zeit hat, lässt Mendel-Museum und Špilberk weg und bleibt zwischen Petrov und Jakobskirche. Brünn ist eine Stadt der Sagen, und vieles davon hält dem Nachprüfen nicht stand. Lednice und Valtice sind einen eigenen Tag wert, für den Abend liegen vier Tipps bereit.
Ausgehen & Nachtleben
Ausgehviertel
- Jakubské náměstí. Den Platz um die Jakobskirche nennen die Brünner Jakubák, und abends ist er der einfachste Treffpunkt der Altstadt. In wenigen Schritten erreichst du die Hausbrauerei Pegas in der Jakubská und die Bars der Dvořákova, darunter eine Weinbar und die Bar, die es nicht gibt. Unter dem Pflaster liegt das Beinhaus, das du am Tag besucht hast.
Essen & Restaurants
- Pivnice Pegas. Die Hausbrauerei braut seit 1992 in einem Bürgerhaus aus dem 14. Jahrhundert, gleich neben der Jakobskirche. Beim Umbau fand man einen Prägestempel für Münzen aus der Zeit König Wenzels II., heute im Mährischen Landesmuseum. Das Sudhaus steht in der Gaststube im Erdgeschoss, ausgeschenkt wird das eigene Bier, unfiltriert und nicht pasteurisiert.
Bars & Clubs
- Bar, který neexistuje. Der Name bedeutet „Bar, die es nicht gibt“, und doch steht die Cocktailbar auf der Barliste des städtischen Tourismusportals. Sie liegt in der Dvořákova, gut 100 m von der Jakobskirche. Wer sich nicht entscheiden mag, lässt sich vom Barkeeper überraschen. Am Wochenende hat sie bis tief in die Nacht offen, reservieren lohnt sich.
Bühne & Konzerte
- Mahenovo divadlo. Als das Haus am 14. November 1882 als deutsches Stadttheater öffnete, brannten im Saal elektrische Glühlampen von Thomas Edison, eine damals drei Jahre alte Erfindung. Edisons Labor in New Jersey plante die Anlage mit. Nach 1918 spielte hier das tschechische Ensemble, seit 1965 trägt das Theater den Namen des Dramatikers Jiří Mahen. Heute gehört es zum Nationaltheater Brno.
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Infos zu Brünn
Nahverkehr
Betreiber. Der städtische Verkehrsbetrieb Dopravní podnik města Brna, a.s. (DPMB) fährt in Brünn Straßenbahnen, Trolleybusse und Busse. Alle Linien sind in den Integrierten Verkehrsverbund des Südmährischen Kreises (IDS JMK) eingebunden, den die Gesellschaft KORDIS JMK, a.s. organisiert. Es gilt ein gemeinsamer Tarif für die Stadtverkehre in Brünn und acht weiteren Städten, für Regionalbusse und für die Züge im Verbund. Ein Brünner Ticket gilt also auch in der S-Bahn innerhalb der Stadtzonen, SMS-Tickets und App-Tickets von DPMB sind davon ausgenommen. In der Schifffahrtssaison betreibt der DPMB außerdem Elektroschiffe auf dem Stausee Brněnská přehrada zwischen Bystrc und Veverská Bítýška, knapp 10 km in 70 Minuten, mit eigenem Schiffstarif.
Liniennetz. Straßenbahnen, Trolleybusse und Busse, nachts elf Buslinien ab dem Hauptbahnhof. Hlavní nádraží, Zelný trh und Náměstí Svobody liegen mit der Straßenbahnlinie 4 nur vier Minuten auseinander.
Verkehrsmittel. Straßenbahn · Trolleybus · Bus · Nachtbus · S-Bahn (Züge im Verbund) · Schiff (Sommer)
Betriebszeiten. Ein Beispiel ist die Straßenbahnlinie 4, die zwischen Babická und Náměstí Míru über Hlavní nádraží, Zelný trh und Náměstí Svobody fährt. Werktags fährt die erste Bahn ab Babická um 4.48 Uhr, tagsüber kommt sie alle 5 bis 7 Minuten, abends alle 10 bis 15 Minuten, die letzten Fahrten enden gegen 23 Uhr. Samstags, sonntags und an Feiertagen beginnt der Betrieb um 4.54 Uhr, tagsüber fährt die Linie alle 10 Minuten. Die Flughafenlinie 21 fährt werktags ab Hlavní nádraží von 5.08 bis 22.35 Uhr, am Wochenende von 7.35 bis 22.35 Uhr. Von 23 Uhr an fahren statt der Tageslinien die Nachtbusse N89 bis N99.
Nachtverkehr. Nachts fahren in Brünn elf Buslinien, N89 bis N99. Alle starten gleichzeitig vom Umsteigeknoten Hlavní nádraží und warten dort aufeinander, das System heißt Rozjezdy. Jede Nacht gibt es Abfahrten um 23 und 23.30 Uhr, um Mitternacht sowie um 0.30, 1, 2, 3, 4 und 5 Uhr. In Nächten vor einem Werktag kommt eine Abfahrt um 4.30 Uhr dazu, samstags, sonntags und an Feiertagen fahren die Busse zusätzlich um 5.30, 6, 6.30 und 7 Uhr. Die Linie N89 verbindet Hlavní nádraží in rund 20 Minuten mit dem Flughafen-Terminal, sie hält am Hauptbahnhof an Steig 4. In Nächten vor einem arbeitsfreien Tag fahren außerdem Nachtzüge der IDS JMK um 0.05 Uhr und 0.08 Uhr vom Hauptbahnhof in die Region.
Ticketkauf. In Straßenbahnen, Trolleybussen und Stadtbussen hängen an den Türen Lesegeräte für kontaktlose Visa- und Mastercard-Karten, auch mit Apple Pay und Google Pay. An ihnen kaufst du auch Ermäßigungen, Tickets für Mitreisende und Fahrten über die Stadtzonen hinaus. Papiertickets verkaufen Automaten an ausgewählten Haltestellen, die DPMB-Verkaufsstellen (etwa Novobranská 18, montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr) und Kioske. Am Hauptbahnhof stehen zwei Automaten mit Kartenzahlung (Richtung Pisárky und Richtung Řečkovice), nur an solchen Automaten gibt es auch die 5- und 14-Tage-Karte. Papiertickets entwertest du im Fahrzeug, ihre Gültigkeit beginnt mit dem Stempel. SMS-Tickets und App-Tickets müssen vor dem Einsteigen auf dem Handy angekommen sein, sonst droht bei der Kontrolle eine Strafe.
App und Bezahlen. Bei Pípni a jeď hältst du die Karte bei jedem Einsteigen an das Lesegerät, auch beim Umsteigen. Der erste Check-in kostet 25 Kronen und gilt 60 Minuten oder bis zur Endstation des Fahrzeugs, in das du innerhalb dieser Stunde zuletzt eingestiegen bist. Wer nach höchstens 15 Minuten beim Aussteigen erneut die Karte hinhält, zahlt 20 Kronen. Nach einem Tag mit vielen Fahrten bucht das System höchstens 90 Kronen ab, abgerechnet wird nachts zwischen 3 und 4 Uhr. Pípni a jeď gilt nur in den Zonen 100 und 101 und berechnet immer den vollen Preis, für Ermäßigungen wählst du am Gerät unter „Další jízdenky“. Nimm immer dasselbe Gerät, Telefon und Uhr gelten als zwei Karten. In der App DPMBinfo gibt es Tickets für die Zonen 100 und 101 per Karte für 19 Kronen (20 Minuten), 24 Kronen (40 Minuten), 29 Kronen (75 Minuten) und 99 Kronen (24 Stunden), für Kinder unter 15 Jahren 12 Kronen (40 Minuten). SMS-Tickets kosten 20, 29 und 99 Kronen und brauchen eine tschechische SIM-Karte. Mit vorher aufgeladenem Guthaben in IDS JMK POSEIDON kostet das 60-Minuten-Ticket 22 statt 25 Kronen, ein 45-Minuten-Ticket für die Zonen 100 und 101 kostet 19,50 Kronen. SMS-Tickets und Tickets aus DPMBinfo gelten nicht im Zug, POSEIDON-Tickets schon.
Welches Ticket. In den Brünner Zonen 100 und 101 gilt ein Papierticket für 2 Zonen 15 Minuten (20 Kronen, ermäßigt 10 Kronen) oder 60 Minuten (25 Kronen, ermäßigt 12 Kronen), Umsteigen ist erlaubt. Für 3 Zonen und 90 Minuten zahlst du 33 Kronen. Die Karte für 8 Fahrten zu je höchstens 45 Minuten kostet 156 Kronen, also 19,50 Kronen je Fahrt. Die 24-Stunden-Karte für die Zonen 100 und 101 kostet 90 Kronen (ermäßigt 45 Kronen) und damit so viel wie 3,6 Fahrten zu 25 Kronen. An arbeitsfreien Tagen gilt sie für bis zu 5 Personen, davon höchstens 2 über 15 Jahre. Die 5-Tage-Karte kostet 250 Kronen, die 14-Tage-Karte 420 Kronen. Kinder unter 6 Jahren fahren in Begleitung gratis, in den Zonen 100 und 101 auch Kinder unter 10 Jahren mit amtlichem Altersnachweis, dazu Menschen ab 70 Jahren mit Ausweis. Ermäßigt fahren Kinder von 10 bis 14 Jahren. Für Jugendliche von 15 bis 18 Jahren, Studierende unter 26 Jahren und Menschen über 65 Jahren gilt die Ermäßigung nicht bei Fahrten, die ganz in den Zonen 100 und 101 auf den Stadtlinien 1 bis 99 bleiben.
Tarifzonen. Der IDS JMK hat einen Zonen- und Zeittarif. Das Stadtgebiet von Brünn besteht aus den Zonen 100 und 101. Jede Fahrkarte für Brünn gilt für beide Zonen zusammen, das kleinste Ticket ist das für 2 Zonen. Hlavní nádraží liegt in Zone 100, der Flughafen Brno-Tuřany noch in Zone 101. Am Stausee Brněnská přehrada und an einigen Haltestellen am Stadtrand beginnen schon die Vorortzonen. Wer etwa mit der Straßenbahn nach Modřice, mit dem Trolleybus nach Šlapanice oder mit dem Bus zur Burg Veveří fährt, kauft ein Ticket für mehr Zonen, etwa 4 Zonen für 90 Minuten zu 41 Kronen für die Fahrt von Hlavní nádraží nach Veverská Bítýška. Mit einer 24-Stunden-Karte für Brünn genügt ein Zuschlag für jede weitere Zone, 19 Kronen pro Zone.
Tipp. Wer mehrere Fahrten an einem Tag plant, hält einfach die Bankkarte an das Lesegerät. Mehr als 90 Kronen bucht das System für einen Tag nicht ab, das entspricht der 24-Stunden-Karte, ohne dass du vorher planen musst.
Links
- DPMB, Papiertickets und Preise
- DPMB, Handytickets per SMS und App
- Pípni a jeď, kontaktlos zahlen
- IDS JMK, App POSEIDON
- IDS JMK, Verbindungssuche
- DPMB, Liniennetzpläne Tag und Nacht
- Tarif IDS JMK ab 1. Oktober 2026 (PDF)
- Netzplan
Anreise
Hauptbahnhof
Lage. Brno hlavní nádraží liegt nahe der Innenstadt, ins historische Zentrum sind es rund 10 Minuten zu Fuß. Direkt am Bahnhof liegt der Umsteigeknoten Hlavní nádraží, an dem Straßenbahn- und Trolleybuslinien aus der ganzen Stadt halten. Die Straßenbahnlinie 4 fährt von hier in 2 Minuten zum Zelný trh und in 4 Minuten zum Náměstí Svobody. Die Flughafenlinie 21 hält am Steig 11 in der Trolleybusschleife, die Nachtbusse fahren von Steig 4 ab. Einen Plan des Knotens veröffentlicht der DPMB getrennt für Tag und Nacht.
Fernverkehr. Brno hlavní nádraží ist der Fernverkehrsbahnhof der Stadt und gehört zur Zone 100 des IDS JMK. Nach Prag fahren railjet und EuroCity tagsüber jede Stunde und halten unterwegs nur zweimal, die Fahrt dauert rund 2,5 Stunden. Die Schnellzüge Svitava brauchen über die größeren Orte etwa 3 Stunden, die Schnellzüge Vysočina über Kutná Hora etwa 3,5 Stunden, beide fahren ebenfalls stündlich. Zwischen Prag, Brünn und Wien fahren railjet und ComfortJet den ganzen Tag alle zwei Stunden ohne Umsteigen, ausgewählte Züge fahren von Wien weiter über Graz und Klagenfurt bis Villach. Fahrkarten von Brünn nach Wien gibt es bei ČD ab 223 Kronen oder 9 Euro. RegioJet bietet täglich vier Züge von Prag über Brünn nach Wien und drei zurück. Nach Wien gibt es auch Nachtverbindungen. Im Bahnhof stehen Automaten für Verbundtickets und Entwerter für IDS-Tickets, an den ČD-Schaltern kannst du mit Karte und in Euro zahlen. Fernbusse halten nicht am Bahnhof, sondern am Busbahnhof u hotelu Grand, Luftlinie rund 450 m nordöstlich.
Betriebszeiten. Die Räume für Reisende sowie die nationalen und internationalen Fahrkartenschalter der ČD sind täglich von 2.45 Uhr bis 0.50 Uhr geöffnet, in der Nacht von 0.50 bis 2.45 Uhr ist geschlossen. Die Gepäckaufbewahrung hat täglich von 6.30 bis 12 Uhr, von 12.30 bis 13.45 Uhr, von 14 bis 18 Uhr und von 18.30 bis 21 Uhr geöffnet. Die Wartehalle ČD Lounge öffnet von 6 bis 21 Uhr, die ČD-Wechselstube von 6 bis 21 Uhr mit Pausen. Das rollstuhlgerechte WC mit Euroschlüssel ist von 4 bis 23 Uhr zugänglich. Die Fahrkartenautomaten des Verkehrsverbunds (KORDIS JMK) sind rund um die Uhr in Betrieb. Im Bahnhof gibt es außerdem einen Geldautomaten, einen Imbiss und einen Taxistand in der Nähe.
Flughäfen
In die Stadt. Der Flughafen liegt in der Tarifzone 101, deshalb gilt das normale Brünner Ticket. Die Linie 21 fährt vom Halt Letiště Tuřany, terminál ohne Umsteigen zum Hauptbahnhof und braucht rund 22 Minuten. Werktags fährt sie vom Terminal von 5.03 bis 22.10 Uhr, tagsüber alle 20 Minuten, abends alle 30 Minuten. Samstags, sonntags und an Feiertagen fährt sie von 7.10 bis 22.10 Uhr, ab 9 Uhr alle 20 Minuten. Die Linie 77 fährt seltener und in unregelmäßigen Abständen in rund 26 Minuten zur Haltestelle Úzká gegenüber der Galerie Vaňkovka. Nachts verbindet die N89 das Terminal stündlich bis halbstündlich in rund 20 Minuten mit Hlavní nádraží. Da die Fahrt länger als 15 Minuten dauert, brauchst du das Ticket für 2 Zonen und 60 Minuten zu 25 Kronen. Du kaufst es kontaktlos am Lesegerät im Fahrzeug, als Handyticket, am Papierticket-Automaten in der Ankunftshalle oder im Touristeninformationszentrum TIC Brno am Flughafen. Ein Koffer über 20 × 30 × 50 cm braucht ein eigenes ermäßigtes Ticket für 12 Kronen.
In die Stadt. Ohne Umsteigen kommst du mit den Bussen von RegioJet nach Brünn. Sie fahren jeden Tag vom Flughafen Wien-Schwechat über Wien Hauptbahnhof (Südtiroler Platz) zur Haltestelle „Brno - AN u hotelu Grand“, die Fahrkarte kostet ab 299 Kronen. Auch die RegioJet-Linie vom Flughafen Wien nach Krakau hält in Brünn. Mit dem Zug fährst du zuerst mit dem railjet zu Wien Hauptbahnhof und steigst dort in den Zug nach Brünn um, nach Angaben des Flughafens dauert das 2 Stunden 3 Minuten, die Verbindung besteht alle zwei Stunden. Bei vier RegioJet-Zügen täglich von Prag über Brünn nach Wien und drei zurück kannst du in Wien Hauptbahnhof in den ÖBB-Zug zum Flughafen umsteigen, die Fahrkarte für den Anschlusszug schickt RegioJet per E-Mail. Auch FlixBus fährt zwischen Flughafen Wien und Brünn.
In die Stadt. Direkte Busse nach Brünn fahren vor Terminal 1 ab, unter der Hochstraße zu Terminal 2. RegioJet-Busse Richtung Brno halten dort in beiden Richtungen, die Fahrkarte zum Flughafen Prag oder von dort nach Brünn kostet 599 Kronen (Preisliste ab 5. Mai 2026), Kinder von 6 bis 12 Jahren zahlen die Hälfte. FlixBus fährt auf der Linie 854 von Karlovy Vary über Prag nach Brünn und hält am selben Platz. Mit der Bahn nimmst du zuerst den Airport Express (AE) zu Praha hlavní nádraží, er fährt rund um die Uhr alle 20 bis 30 Minuten, nachts stündlich, braucht rund 40 Minuten und kostet 200 Kronen, für Kinder von 6 bis 15 Jahren 100 Kronen. Tickets gibt es beim Fahrer, auch mit Karte, und im Visitor Centre der Ankunftshallen, normale Prager Nahverkehrstickets gelten nicht. Vom Hauptbahnhof fahren railjet und EuroCity tagsüber stündlich in rund 2,5 Stunden nach Brünn. Mit der ČD-Fahrkarte Vlak + letiště ist die Fahrt im Airport Express im Preis enthalten.
Eigenheiten
- Viele Haltestellen nur auf Verlangen. In den Fahrplänen sind viele Haltestellen mit (z) markiert, dort hält das Fahrzeug den ganzen Tag nur auf Wunsch. Bei (x) gilt das werktags von 19 bis 6 Uhr und am Wochenende ganztags. Zum Aussteigen hältst du den Halteknopf einmal etwas länger gedrückt, zum Einsteigen stellst du dich so hin, dass der Fahrer dich rechtzeitig sieht. In vielen Fahrzeugen öffnest du die Tür selbst per Knopf.
- Großer Koffer, eigenes Ticket. Frei mitnehmen darfst du nur Handgepäck bis 20 × 30 × 50 cm. Größere Koffer bis 50 × 60 × 80 cm und 50 kg brauchen ein ermäßigtes Ticket, für 60 Minuten in Brünn sind das 12 Kronen. Wer eine Karte für 2 oder mehr Tage für die Zonen 100 und 101 hat, nimmt einen solchen Koffer kostenlos mit.
- Tageskarte am Wochenende für die Familie. Die 24-Stunden-Karte für die Zonen 100 und 101 zum Grundpreis von 90 Kronen gilt an arbeitsfreien Tagen für bis zu fünf Personen, davon höchstens zwei über 15 Jahre. Zwei Erwachsene mit drei Kindern fahren samstags, sonntags und an Feiertagen also für 90 Kronen einen Tag lang durch Brünn.
Gut zu wissen
- Währung
- CZK Kč
- Notruf
- 112
- Steckertyp
- C · E
- Zeitzone
- Europe/Prague
- Verkehr
- rechts
Tempolimits. innerorts 50 km/h, außerorts 90 km/h, Autobahn 130 km/h
Neben der Autobahn gibt es die Schnellstraße, dort sind 110 km/h erlaubt. Auf Autobahnabschnitten mit baulich getrennten Fahrbahnen dürfen Schilder bis 150 km/h freigeben. Führt die Autobahn durch eine Ortschaft, gelten dort nur 80 km/h. Schneeketten begrenzen überall auf 50 km/h.
Trinkgeld. Zehn Prozent, beim Zahlen den Gesamtbetrag nennen.
Maut. Auf Autobahnen und Schnellstraßen brauchst du eine Vignette. Es gibt sie digital, gekauft wird online oder an Tankstellen.
