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Frankreich · Städtetrip

Städtetrip Rouen

Hier stand Jeanne d'Arc 1431 vor Gericht und starb auf dem Scheiterhaufen, hier malte Monet rund dreißig Mal dieselbe Fassade. Rouen hat Frankreichs höchste Kirche, eine Uhr mit nur einem Zeiger und einen Pestfriedhof mit geschnitzten Totenköpfen. Eine fertige Tagesroute führt vom Bahnhof zu den Orten des Prozesses gegen Jeanne d'Arc.

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Unsere Rundgänge durch Rouen

Fertige Routen ab der Station führen dich durch Rouen, vom ersten Schritt an zu den richtigen Ecken, ganz ohne eigene Planung.

Altstadt, Kathedrale & Jeanne d'Arc

Vom Bahnhof zum Donjon, in dem man Jeanne d'Arc die Folter androhte, und ins Musée des Beaux-Arts mit Caravaggio und Monets Kathedrale. Bei Saint-Ouen, wo Jeanne d'Arc abschwor, geht es durch die Fachwerkgasse Rue Damiette zum Pestfriedhof Aître Saint-Maclou und zur Kirche mit der geschwungenen Vorhalle. Über die Rue Saint-Romain erreichst du die Kathedrale mit Frankreichs höchstem Turm, dann den Justizpalast über dem alten jüdischen Viertel. Unter dem Gros-Horloge hindurch endest du auf dem Platz, auf dem Jeanne starb.

  1. Tour Jeanne-d'Arc. Der runde Turm mit dem spitzen Dach ist alles, was von der Burg übrig blieb, die König Philipp II. August ab 1204 bauen ließ, gleich nachdem er die Normandie dem englischen König Johann Ohneland abgenommen hatte. 30 m hoch, 4 m dicke Mauern. Der Name Tour Jeanne-d'Arc führt in die Irre. Jeanne d'Arc saß nicht hier gefangen, sondern in einem anderen Turm der Burg, der längst abgerissen ist. Seine Fundamente liegen im Hof des Hauses Rue Jeanne-d'Arc 102, eine Tafel erinnert daran. In den Donjon brachte man sie während des Prozesses, um ihr die Folter anzudrohen. Laut Protokoll antwortete sie, selbst wenn man ihr die Glieder ausrenke, werde sie nichts anderes sagen, und was sie unter Zwang sage, werde sie danach widerrufen. Das spitze Dach ist übrigens jünger, es kam bei einer Restaurierung im 19. Jahrhundert dazu. Innen ist der Turm heute so eingerichtet, wie er um 1210 ausgesehen haben könnte.
  2. Musée des Beaux-Arts. Das Museum entstand 1801 auf Erlass der Regierung Napoleons, das Gebäude errichtete Louis Sauvageot von 1877 bis 1888. Drinnen hängt mehr, als man in einer Stadt dieser Größe erwartet. Caravaggios „Geißelung Christi“ gehört dazu, ebenso Velázquez' „Demokrit“, von dem es in Frankreich nur wenige Bilder gibt. Für diese Route zählt vor allem ein Saal. Dort hängt eine von Monets Ansichten der Kathedrale, die du in einer Stunde im Original vor dir hast. Sie kam 1909 mit der Schenkung des Rouener Sammlers François Depeaux ins Haus, dank der das Museum zu den wichtigsten Adressen für Impressionismus außerhalb von Paris zählt. Théodore Géricault, der Maler des „Floß der Medusa“, wurde in Rouen geboren, hier hängen mehrere seiner Bilder. Gleich nebenan zeigt das Musée Le Secq des Tournelles in einer ehemaligen Kirche alte Schmiedekunst.
  3. Abbatiale Saint-Ouen. Viele Besucher halten diese Kirche für die Kathedrale, so groß ist sie. Es ist die Kirche einer Benediktinerabtei, die vermutlich im 8. Jahrhundert gegründet wurde und zu den mächtigsten der Normandie gehörte. Der gotische Bau begann 1318, das Langhaus wurde erst Mitte des 16. Jahrhunderts fertig, die Westfassade sogar erst im 19. Jahrhundert. Den Baumeister nennt ein Grabstein in einer Seitenkapelle, Alexandre de Berneval, gestorben 1440. Die ältere der beiden Figuren darauf, wohl er selbst, hält einen Zirkel und den Entwurf einer Fensterrose. Auf dem Friedhof neben dieser Kirche stand Jeanne d'Arc am 24. Mai 1431 auf einem Gerüst. Man drohte ihr mit dem sofortigen Feuertod, und sie unterschrieb eine Abschwörung. Vier Tage später nahm sie sie zurück, und genau das machte sie in den Augen des Gerichts zur Rückfälligen, die verbrannt werden durfte. Im Inneren steht eine Orgel von Cavaillé-Coll von 1890, für die Charles-Marie Widor seine „Symphonie gothique“ schrieb. Das Rathaus nebenan sitzt im alten Schlafsaal der Mönche.
  4. Aître Saint-Maclou. Durch einen Durchgang an der Rue Martainville kommst du in einen Hof, der auf den ersten Blick nur hübsch aussieht. Dann siehst du die Balken. Geschnitzte Schädel, Knochen, Schaufeln und Särge laufen rund um die Galerien. Das hier war der Friedhof der Pfarrei Saint-Maclou, angelegt nach der Pest von 1348. Als im 16. Jahrhundert die Pest zurückkam, reichte der Platz nicht mehr. Die Pfarrei baute ab 1526 Galerien, unter deren Dächern man die ausgegrabenen Gebeine stapelte, um Platz für neue Gräber zu schaffen. An den Säulen tanzen paarweise Figuren einen Totentanz, und hinter Glas liegt eine mumifizierte Katze. Später war hier eine Schule, bis 2014 die Kunsthochschule. Heute zeigt die Galerie des Arts du feu in zwei Flügeln Arbeiten aus Keramik, Glas und Metall.
  5. Église Saint-Maclou. Die Kirche, zu der der Friedhof gehörte, steht 100 m weiter an der Place Barthélémy. Die Pfarrei baute sie im 15. Jahrhundert neu, nachdem das alte Langhaus eingestürzt war, und sie gilt als Glanzstück der Flamboyant-Gotik, der späten Gotik mit ihrem flammenartigen Maßwerk. Schau dir die Vorhalle an. Ihre fünf Bögen stehen nicht in einer Linie, sie schwingen im Bogen nach vorn. Darunter sitzen geschnitzte Holztüren aus der Renaissance, über dem Hauptportal das Jüngste Gericht. Die 83 m hohe Turmspitze kam erst im 19. Jahrhundert dazu. Die Rue Damiette, durch die du von Saint-Ouen heruntergekommen bist, mündet an der Ecke des Platzes. Das Fachwerkhaus an dieser Ecke, Nr. 4 an der Place Barthélémy, stammt aus dem 17. Jahrhundert und steht sichtbar schief. Viele Häuser der Rue Damiette stehen unter Denkmalschutz, die meisten mit Fachwerk, und wegen des Blicks auf Saint-Ouen haben zahlreiche Maler die Gasse festgehalten, Camille Pissarro um 1884. 1944 trafen zwei Bomben die Kirche, die barocke Holzverkleidung des Chors kam danach nicht zurück.
  6. Cathédrale Notre-Dame. Durch die Rue Saint-Romain mit ihren Fachwerkhäusern kommst du an die Nordseite. Kurz vor dem Ende der Gasse fällt Nr. 70 auf, das Geschäft des Kunstschmieds Ferdinand Marrou, der die schmiedeeisern verzierte Fassade 1902 selbst entwarf. Links liegt der Erzbischofspalast, heute das Historial Jeanne d'Arc. Hier liegen die Reste des Saals, in dem 1431 ihre Verurteilung verkündet wurde, und 1456 tagte hier der Prozess, der sie rehabilitierte. Die Kathedrale selbst hat drei Türme in drei Stilen. Der südliche heißt Butterturm. Bezahlt wurde er ab 1485 mit dem Geld von Gläubigen, die sich das Recht kauften, in der Fastenzeit Butter zu essen. Der mittlere trägt eine Spitze aus Gusseisen, 151 m hoch. Damit ist die Kathedrale die höchste Kirche Frankreichs. Sie ersetzte eine Holzspitze, die 1822 nach einem Blitzschlag abbrannte, und machte die Kathedrale bis zur Fertigstellung des Kölner Doms 1880 kurz zum höchsten Gebäude der Welt. Im Chorumgang steht das Grabmal, in dem das Herz von Richard Löwenherz beigesetzt wurde. Draußen vor der Westfassade stehst du dort, wo Monet 1892 und 1893 aus einem Fenster gegenüber rund dreißig Bilder dieser Fassade malte, jedes bei anderem Licht.
  7. Palais de Justice. Hinter dem Gitter an der Rue aux Juifs steht ein Bau, der wie eine Kathedrale geschmückt ist, aber für Kaufleute und Richter gebaut wurde. Ab 1499 entstand zuerst ein Saal für die Händler der Stadt, dann der Sitz des Échiquier, des obersten Gerichts der Normandie, das ab 1515 Parlament hieß. Spätgotik mit Fialen und Wasserspeiern an einem weltlichen Bau ist in Frankreich nur selten erhalten. Im August 1944, kurz vor der Befreiung, zerstörten Bomben den Mittelteil fast ganz. Er wurde nachgebaut, doch an den jüngeren, neugotischen Flügeln hat man die Einschläge mit Absicht stehen lassen, zur Erinnerung an die Toten jener Tage. Der Straßenname hat seinen Grund. Hier lag das jüdische Viertel des Mittelalters, bis König Philipp IV. 1306 die Juden aus Frankreich vertrieb. 1976 fand man unter dem Hof ein Steinhaus von etwa 1100 mit hebräischer Inschrift, die Maison Sublime. Wahrscheinlich war es eine Talmudschule, zu sehen ist es nur mit Führung.
  8. Gros-Horloge. Die Uhr über der Gasse hat nur einen Zeiger, und an seinem Ende sitzt ein Lamm, das Wappentier der Stadt. Mehr als die Stunde brauchte man nicht. Darüber zeigt eine Kugel die Mondphase, darunter erscheint in einem Fenster der Gott des Wochentags auf seinem Wagen. Der Bogen mit dem Zifferblatt kam zwischen 1527 und 1529 dazu, das Uhrwerk ist älter. Es wurde 1389 gebaut und gehört zu den ältesten Frankreichs. Funktionsfähig ist es noch, angetrieben wird die Uhr aber seit den 1920er Jahren elektrisch. Im Turm daneben geht es mit Eintrittskarte hinauf, vorbei am alten Werk und an den Stadtglocken bis auf eine Plattform. Von oben schaust du über die Dächer direkt auf die Kathedrale. Unten am Turm steht ein Brunnen von 1733, der den Flussgott Alpheios und die Nymphe Arethusa zeigt. Gleich am Turm zweigt nach Norden die Rue Massacre ab, eine Einkaufsgasse, die zum Jahresende festlich geschmückt wird.
  9. Place du Vieux-Marché. Am Ende der Rue du Gros-Horloge liegt der Platz, auf dem Jeanne d'Arc am 30. Mai 1431 verbrannt wurde. Die Engländer, die Rouen damals hielten, hatten sie für zehntausend Livres gekauft. Verurteilt hatte sie ein Kirchengericht unter Bischof Pierre Cauchon, einem Verbündeten der Engländer. Ihre Asche wurde in die Seine geworfen, damit nichts als Reliquie bleiben konnte. Neben der Stelle des Scheiterhaufens steht ein Kreuz. Verlangt hatte es der Prozess von 1456, der das Urteil für nichtig erklärte. 1920 wurde Jeanne heiliggesprochen. Bald nach ihrem Tod kam die Legende auf, sie habe überlebt und eine andere Frau sei an ihrer Stelle verbrannt worden. Belegt ist davon nichts. Die Kirche Sainte-Jeanne-d'Arc von Louis Arretche wurde 1979 eingeweiht. Im Inneren sitzen dreizehn Glasfenster aus den Jahren um 1520 bis 1530. Sie stammen aus der Kirche Saint-Vincent, die 1944 zerstört wurde, und waren schon 1939 in Sicherheit gebracht worden. Keine 100 m entfernt, an der Place de la Pucelle, steht das Hôtel de Bourgtheroulde, ein ab 1501 erbautes Stadtpalais, heute ein Hotel. Im Hof zeigen fünf Steinreliefs das Treffen von Franz I. von Frankreich und Heinrich VIII. von England 1520 auf dem Feld des Goldenen Tuches. Den Hof kannst du meist durch die Einfahrt ansehen.

So planst du deinen Besuch

Ein Tag reicht für Rouen. Die Route beginnt am Bahnhof Rouen-Rive-Droite, misst 3,1 km und führt zu neun Stopps, vom Donjon bis zur Place du Vieux-Marché. Bei wenig Zeit lässt du das Musée des Beaux-Arts und Saint-Ouen aus. Bedenke, dass das Museum dienstags schließt und Saint-Ouen und Saint-Maclou innen nur am Wochenende öffnen. Fast jeder Stopp erzählt ein Stück vom Prozess gegen Jeanne d'Arc. Für Giverny mit Monets Garten brauchst du einen eigenen Tag, für den Abend liegen fünf Tipps bereit.

Ausgehen & Nachtleben

Rooftop-Bars

Ausgehviertel

Essen & Restaurants

Bars & Clubs

Bühne & Konzerte

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Infos zu Rouen

Nahverkehr

Betreiber. Das Réseau Astuce umfasst sämtliche öffentlichen Verkehrsmittel der Métropole Rouen Normandie mit ihren 71 Gemeinden. Dazu gehören die Métro mit zwei Ästen, die fünf TEOR-Linien T1 bis T5, die neun Fast-Linien F1 bis F9, 25 weitere reguläre Buslinien, die Nachtlinie Noctambus, Schulbuslinien, die allen offenstehen, und der Rufbus filo’r. Die Métropole organisiert das Netz und hat den Betrieb an Transdev vergeben, der neue Vertrag läuft über neun Jahre von 2026 bis 2034. Die Linien rund um Elbeuf im Süden fährt die TAE mit eigenen, günstigeren Tarifen. Ein Ticket des Réseau Astuce gilt in Métro, TEOR, Bus und filo’r.

Liniennetz. Zwei Métro-Äste vom Boulingrin über Bahnhof und Théâtre des Arts nach Süden, fünf TEOR- und neun Fast-Buslinien sowie 25 weitere Buslinien. Im Zentrum rechts der Seine hält die Métro an Gare - Rue Verte, Palais de Justice - Gisèle Halimi und Théâtre des Arts.

Verkehrsmittel. Métro · TEOR-Busse · Bus · Nachtbus · Rufbus

Betriebszeiten. Die Métro fährt vom Boulingrin im Norden durch die Innenstadt und teilt sich südlich der Seine in die Äste nach Georges Braque (Grand Quevilly) und Technopôle (Saint-Étienne-du-Rouvray). Werktags fährt ab Boulingrin die erste Bahn um 5 Uhr, die letzte um 0.21 Uhr, am Bahnhof Gare - Rue Verte um 0.22 Uhr. Sonntags und feiertags fährt sie ab Boulingrin von 5.45 bis 23.26 Uhr. Je Ast fährt werktags in der Schulzeit alle 6 bis 8 Minuten eine Bahn, in den Schulferien alle 10 Minuten und samstags alle 9 Minuten. Auf dem gemeinsamen Abschnitt durch die Innenstadt fahren die Bahnen beider Äste, dort sind es tagsüber 3 bis 6 Minuten, sonntags etwa 10 Minuten. Am 1. Mai ruht der Métro-Betrieb. Die fünf TEOR-Linien fahren von 4.30 Uhr bis Mitternacht alle 2 bis 8 Minuten, die neun Fast-Linien von 5 Uhr bis Mitternacht alle 7 bis 10 Minuten. Der Fahrplan gilt vom 31. August 2026 bis 20. Juni 2027, ab dem 21. Juni 2027 gilt der Sommerfahrplan mit selteneren Fahrten.

Nachtverkehr. Nach Betriebsschluss der Métro übernimmt die einzige Nachtlinie Noctambus. Sie fährt von Cateliers in Saint-Étienne-du-Rouvray über Zénith - Parc Expo, Place Saint-Sever, Hôtel de Ville, Gare - Rue Verte und Place Colbert bis La Pléiade in Mont-Saint-Aignan. Ab Hôtel de Ville Richtung Bahnhof und La Pléiade gibt es Abfahrten um 0.30, 1.30, 2.30, 3.30 und 4.30 Uhr, Richtung Süden fährt der Bus ab Hôtel de Ville etwa jede halbe Stunde zwischen 0.30 und 4.30 Uhr. Einzelne Fahrten in den frühen Morgenstunden entfallen sonntags. Es gilt der normale Astuce-Tarif. Der Nachtfahrplan läuft vom 31. August 2026 bis 20. Juni 2027.

Ticketkauf. Seit dem 17. August 2026 ersetzt ein wiederaufladbares kontaktloses Ticket für 0,20 Euro die alten Magnetkarten. Es ist übertragbar, lässt sich immer wieder aufladen und gibt es in den Agences des mobilités sowie bei zugelassenen Verkaufsstellen, an den neuen Automaten in den Stationen ab November 2026. Alte Magnettickets gelten seit Beginn der Herbstferien am 17. Oktober 2026 nicht mehr. Restliche Fahrten auf alten Tickets tauschst du kostenlos in einer Agence des mobilités gegen das neue Ticket mit derselben Zahl an Fahrten, etwa am Théâtre des Arts oder im Bahnhof. Nach dem 19. Dezember 2026 verfallen noch geladene alte Tickets. Die Agence des mobilités Théâtre des Arts (9, rue Jeanne d’Arc) hat montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr und samstags von 9.30 bis 17.30 Uhr geöffnet, die Agentur in der Bahnhofshalle (Place Bernard Tissot) montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr und samstags von 9.30 bis 12.30 und 13.30 bis 17.30 Uhr. Dazu kommen 107 Verkaufsstellen wie Kioske und Tabakläden, darunter auch das Office de Tourisme an der Esplanade Marcel Duchamp. Per SMS an 93000 kaufst du mit dem Code V1 eine Einzelfahrt und mit J1 das 24-Stunden-Ticket, das funktioniert nur mit französischen Mobilfunkverträgen von Bouygues Télécom, Orange, SFR und Free. Ohne gültiges Ticket zahlst du bei einer Kontrolle 65 Euro, mit nicht entwertetem Ticket 45 Euro.

App und Bezahlen. Seit dem 17. August 2026 ist die eigene kontaktlose Bankkarte selbst der Fahrschein. Du hältst Karte, Smartphone oder Uhr an einen der neuen schwarzen Entwerter im Fahrzeug, berechnet wird der Preis einer Einzelfahrt von 1,80 Euro ohne Aufschlag. Umsteigen innerhalb einer Stunde kostet nichts extra, solange du bei jedem Einstieg mit demselben Medium eincheckst. Mit derselben Karte kannst du bis zu fünf Personen entwerten. Abgebucht wird meist am Folgetag. Bei einer Kontrolle zeigst du genau das Medium vor, mit dem du eingecheckt hast, also die Plastikkarte oder das Smartphone, denn das System behandelt beide als getrennte Karten. Auf den Linien rund um Elbeuf wird getrennt abgerechnet, wer dort umsteigt, zahlt 1,50 Euro und 1,80 Euro. Die App My Astuce (iOS und Android) verkauft M-Tickets, die du am QR-Code im Fahrzeug scannst, für mehrere Mitreisende scannst du einmal und gibst die Personenzahl an. Kostenlose Abos und Tickets für unter 18-Jährige gibt es nur nach Profilprüfung in der App, die bis zu 48 Stunden dauert. Über die App Atoumod läuft das Monatsabo Atoumod Multi für Fahrten über mehrere normannische Netze.

Welches Ticket. Das Ticket 1 Voyage kostet 1,80 Euro und gilt eine Stunde zwischen erster und letzter Entwertung im ganzen Netz, auch für Umstiege und Rückfahrt. Das Ticket DECOUVERTE 24 heures kostet 6,10 Euro und gilt 24 Stunden ab der ersten Entwertung ohne Fahrtenlimit, das entspricht 3,4 Einzelfahrten. Das Ticket 10 Voyages kostet 16,30 Euro, also 1,63 Euro je Fahrt. Auf dem kontaktlosen Ticket können es mehrere Personen gleichzeitig nutzen, dazu hältst du das Ticket zweimal an den Entwerter und gibst die Zahl der Mitreisenden ein. Für 18- bis 25-Jährige kostet das Ticket JEUNE 10 Voyages 9,80 Euro. Unter 18 Jahren ist das Netz seit September 2025 kostenlos, auch ohne Wohnsitz in der Métropole, du brauchst aber einen Titre 7 jours moins de 18 ans, den es mit Ausweis in der App oder in einer Agentur gibt. Ein Gruppenticket für zehn Personen mit gleichem Start und Ziel kostet 6,80 Euro. Alle Preise gelten seit dem 1. September 2026.

Tarifzonen. Das Réseau Astuce kennt keine Tarifzonen. Ein Ticket 1 Voyage für 1,80 Euro gilt eine Stunde auf allen Linien von Métro, TEOR, Bus und filo’r, egal wie weit du fährst. Einen eigenen Tarif haben nur die TAE-Linien im Raum Elbeuf mit Caudebec-lès-Elbeuf, Cléon, Elbeuf, Freneuse, La Londe, Orival, Saint-Aubin-lès-Elbeuf, Saint-Pierre-lès-Elbeuf, Sotteville-sous-le-Val und Tourville-la-Rivière. Dort kostet die Einzelfahrt 1,50 Euro und die 10er-Karte 13,30 Euro, diese Tickets gelten aber nur auf den Elbeufer Linien. Mit dem Ticket 1 Voyage für 1,80 Euro fährst du dagegen auch dort.

Tipp. Das Ticket 10 Voyages für 16,30 Euro kostet so viel wie 9,1 Einzelfahrten und lässt sich auf dem kontaktlosen Ticket von mehreren Personen gleichzeitig nutzen. Zwei Personen mit je fünf Fahrten zahlen so 1,63 statt 1,80 Euro pro Fahrt.

Links

Anreise

Hauptbahnhof

Lage. Der Bahnhof liegt an der Place Bernard Tissot auf dem rechten Seineufer nördlich des historischen Zentrums, wenige Minuten von der Altstadt entfernt. Am Bahnhof hält die Métro an der Station Gare - Rue Verte. Von dort fährt sie über Palais de Justice - Gisèle Halimi zum Théâtre des Arts an der Seine in 3 Minuten und weiter über den Fluss nach Saint-Sever. Am Bahnhof halten außerdem die TEOR-Linie T4 und die Buslinien F2, F7, 11 und 22, nachts die Linie Noctambus.

Fernverkehr. Rouen Rive Droite ist der Hauptbahnhof der Stadt und wird von den Nomad-Zügen der Region Normandie bedient. Nach Paris Saint-Lazare fahren 29 Züge am Tag, der erste ab Rouen um 5.19 Uhr, der letzte um 21.50 Uhr. In der Gegenrichtung fährt der erste Zug in Paris um 5.46 Uhr ab. Die letzten Verbindungen des Tages zeigt SNCF Connect. Die schnellste Fahrt dauert 1 Stunde 15 Minuten. Ein Teil der Pariser Züge fährt als Nomad Résa. Nach Le Havre gibt es 23 Züge am Tag ab 45 Minuten Fahrzeit, letzte Abfahrt 23.05 Uhr. Nach Dieppe fahren 17 Züge ab 45 Minuten, nach Caen 10 Züge ab 1 Stunde 33 Minuten und nach Amiens 9 Züge ab 1 Stunde 22 Minuten. Im Bahnhof gibt es Fahrkartenautomaten für Fernverkehr und Nomad-Züge, einen Verkaufsschalter im historischen Hauptgebäude, eine Agence des mobilités des Réseau Astuce, Aufzüge zu den Bahnsteigen, einen Assistenzdienst für Reisende mit Behinderung, Fundbüro, Toiletten und kostenloses WLAN. Gepäckschließfächer gibt es im Bahnhof nicht, sondern bei Partnern im Umkreis von 5 Minuten zu Fuß.

Betriebszeiten. Das Bahnhofsgebäude ist montags bis freitags von 4.40 bis 23.15 Uhr geöffnet, samstags von 5.40 Uhr bis Mitternacht und sonntags von 6.30 Uhr bis Mitternacht. Die Bahnsteige bleiben vom ersten bis zum letzten Zug zugänglich, auch wenn dieser verspätet ist. Die Agence des mobilités des Réseau Astuce in der Bahnhofshalle hat montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr geöffnet und samstags von 9.30 bis 12.30 und von 13.30 bis 17.30 Uhr.

Flughäfen

CDG

In die Stadt. Eine direkte Bahnverbindung vom Flughafen nach Rouen gibt es nicht. Mit dem RER B fährst du alle 15 Minuten in 30 bis 45 Minuten ins Zentrum von Paris, der RER fährt von etwa 4.50 Uhr bis 0.15 Uhr. Dort steigst du in die Métro 14 um, die am Bahnhof Saint-Lazare hält. Das Ticket Paris Région <> Aéroports kostet 14 Euro, ermäßigt 7 Euro, und gilt für Métro, RER und Züge in der Île-de-France. Ab Saint-Lazare fahren 29 Nomad-Züge am Tag nach Rouen Rive Droite, die schnellsten in 1 Stunde 15 Minuten. Die letzte Verbindung des Tages zeigt SNCF Connect. Ohne Umsteigen fährt FlixBus von der Haltestelle Roissypôle Terminal 3 mindestens dreimal am Tag nach Rouen, die Fahrt dauert ab 2 Stunden 30 Minuten und kostet ab 8,48 Euro.

ORY

In die Stadt. Seit Juni 2024 fährt die Métro 14 vom Bahnhof Aéroport d’Orly ohne Umsteigen durch Paris und hält am Bahnhof Saint-Lazare, ins Pariser Zentrum braucht sie etwa 25 Minuten. Sie fährt meist von 5.30 bis 1.15 Uhr, freitags und samstags bis 2.15 Uhr. Das Ticket Paris Région <> Aéroports kostet 14 Euro, ermäßigt 7 Euro. Ab Saint-Lazare fahren 29 Nomad-Züge am Tag nach Rouen Rive Droite, die schnellsten in 1 Stunde 15 Minuten. Die letzte Verbindung des Tages zeigt SNCF Connect. Ohne Umsteigen fährt FlixBus vom Flughafen Orly mindestens viermal am Tag nach Rouen, ab 2 Stunden 25 Minuten und ab 10,48 Euro.

BVA

In die Stadt. Vom Busbahnhof zwischen den beiden Terminals fährt die Linie 6 des Stadtbusnetzes Corolis je nach Fahrt in 14 bis 25 Minuten zur Haltestelle Brière SNCF nahe dem Bahnhof Beauvais. Eine direkte Zugverbindung nach Rouen gibt es nicht. Von Beauvais nach Rouen Rive Droite fahren 15 Verbindungen am Tag mit Umsteigen, die erste um 5.14 Uhr, die letzte um 19.57 Uhr. Die schnellste dauert 1 Stunde 52 Minuten für rund 119 km.

URO

In die Stadt. Der Flughafen Rouen Vallée de Seine liegt in Boos, rund 20 Minuten vom Stadtzentrum. Der Betreiber beschreibt ihn als Platz für Geschäftsreiseflüge, Sanitätsflüge und Flugausbildung und nennt keine Linienflüge. Öffentlich angebunden ist er über den Rufbus filo’r des Réseau Astuce, der montags bis samstags außer an Feiertagen von 6.30 bis 19.30 Uhr fährt. Die Fahrt buchst du vorher kostenlos unter 0 800 649 649, montags bis samstags von 7 bis 19 Uhr, oder in der App filo’r. Es gilt der normale Astuce-Fahrschein. Taxis vermittelt der Flughafen auf Anfrage.

Eigenheiten

Gut zu wissen

Währung
EUR €
Notruf
112
Steckertyp
C · E
Zeitzone
Europe/Paris
Verkehr
rechts

Tempolimits. innerorts 50 km/h, außerorts 80 km/h, Autobahn 130 km/h (bei Regen 110 km/h)

Auf Landstraßen ohne Mittelstreifen gilt seit 2018 ein Limit von 80 km/h. Einzelne Départements haben es per Beschluss des Conseil départemental wieder auf 90 km/h angehoben, erkennbar an eigenen Schildern am Streckenanfang. Bei Regen sinkt das Tempo auf der Autobahn auf 110 km/h, innerorts bleibt es unverändert bei 50 km/h.

Trinkgeld. Service ist gesetzlich enthalten. Wer zufrieden ist, lässt ein paar Euro liegen, mehr nicht.

Maut. Die meisten Autobahnen kosten. Ticket ziehen, bei der Abfahrt zahlen, Karte wird überall genommen.

Zufahrt. In vielen Städten gelten Umweltzonen. Du brauchst eine Crit'Air-Plakette, die vorab online bestellt werden muss und per Post kommt. Ohne Plakette droht ein Bußgeld.

Weitere Städte

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