Städtetrip Pisa
Pisa ist mehr als ein schiefer Turm. Am Bahnhof wartet ein Wandbild von Keith Haring, am Arno eine gotische Kirche, die man Stein für Stein versetzt hat, und am Ritterplatz der Turm, in dem Graf Ugolino verhungerte. Eine fertige Tagesroute führt quer durch die Stadt und kommt am Ende doch beim Turm an.
🗺️ Pisa interaktiv öffnen mit Karte & NavigationUnsere Rundgänge durch Pisa
Fertige Routen ab der Station führen dich durch Pisa, vom ersten Schritt an zu den richtigen Ecken, ganz ohne eigene Planung.
Von Haring bis zum Turm
Vom Bahnhof Pisa Centrale zu Keith Harings Wandbild Tuttomondo und durch die Via Sant'Antonio an den Arno zur kleinen Kirche Santa Maria della Spina. Am Fluss entlang zum Ponte di Mezzo, auf dem sich Nord und Süd jedes Jahr messen, dann unter den Arkaden des Borgo Stretto zur Piazza dei Cavalieri mit Vasaris Fassade und Ugolinos Turm. Erst danach kommt die Piazza dei Miracoli mit Turm, Dom, Camposanto und Baptisterium, und gleich dahinter der Bahnhof San Rossore.
- Tuttomondo. Pisa beginnt nicht mit dem Turm, sondern mit New York. Ein paar Schritte vom Bahnhof malte Keith Haring 1989 an die Außenwand des Konvents von Sant'Antonio Abate, der im Krieg schwer beschädigt worden war, ein Bild von rund 180 m². Den Titel wählte er selbst und auf Italienisch, „Tuttomondo“, die ganze Welt. Dreißig Figuren greifen ineinander. In der Mitte bilden vier Menschen das Pisaner Kreuz, oben rechts zerschneidet eine Schere aus zwei Menschen eine Schlange. Unten auf Straßenhöhe läuft eine gelbe Figur, die als Passant gedeutet wird, unterwegs Richtung Turm. So wie du. Haring starb 1990, Tuttomondo gehört zu seinen letzten öffentlichen Wandbildern.
- Santa Maria della Spina. Durch die Via Sant'Antonio kommst du an den Arno, und dort steht eine kleine Kirche, übersät mit Türmchen, Giebeln und Figuren. Den Namen hat sie von einem Dorn, der aus der Dornenkrone Christi stammen soll und 1333 hierherkam. Heute liegt die Reliquie in Santa Chiara. Gebaut wurde ab 1230, im 14. Jahrhundert wurde sie erweitert, unter anderem von der Werkstatt Andrea Pisanos und seines Sohnes Nino. Das Ufer gab immer wieder nach. Deshalb trug man die Kirche ab 1871 ab und setzte sie ein paar Meter weiter östlich und höher wieder zusammen, die Arbeiten dauerten bis 1884. John Ruskin, der damals durch Pisa kam, ärgerte sich über das Ergebnis. Alle Statuen außen sind Kopien, die Originale stehen im Museo Nazionale di San Matteo.
- Ponte di Mezzo e Logge di Banchi. Mezzo heißt Mitte, und genau hier liegt sie. Vermutlich schon im 11. Jahrhundert führte an dieser Stelle eine Brücke über den Arno. Sie wurde mehrmals erneuert, 1637 stürzte sie ein. Die heutige Brücke stammt aus der Nachkriegszeit, denn ihre Vorgängerin wurde im Sommer 1944 zerstört. 1946 stimmten die Pisaner in einem Referendum über die neue Form ab und wählten einen einzigen Bogen statt drei, fertig war er 1950. Am letzten Samstag im Juni messen sich hier beim Gioco del Ponte der Norden und der Süden der Stadt, die Mannschaften schieben einen Wagen über eine Schiene auf der Brücke. Am Südende steht die offene Halle der Logge di Banchi, 1603 bis 1605 nach Plänen von Bernardo Buontalenti gebaut, damals Markt für Wolle und Seide. Daneben am Ufer steht der gotische Palazzo Gambacorti aus dem späten 14. Jahrhundert, heute das Rathaus.
- Borgo Stretto. Über die Brücke, dann wird es eng und schattig. Borgo heißt Vorstadt, denn im 12. Jahrhundert lag die Straße noch vor der Stadtmauer. Ab dem 14. Jahrhundert bauten Kaufleute hier ihre Loggien, und unter den Medici bekamen die Laubengänge gemauerte Säulen statt der alten Holzstützen. Am Eingang an der Piazza Garibaldi wacht die Madonna dei Vetturini, die Kopie einer Figur, die Nino Pisano zugeschrieben wird. Gleich rechts folgt San Michele in Borgo. Die Marmorfassade aus dem 14. Jahrhundert trägt drei Reihen gotischer Bogengänge. An der Straße steht die Casa Vanni aus dem 14. Jahrhundert, eines der am besten erhaltenen Beispiele einer mittelalterlichen Loggia. Gegenüber, im Palazzo Bocca, wohnte ab 1563 Vincenzo Galilei, der Vater von Galileo. Ein Abstecher nach links führt zur Piazza delle Vettovaglie, wo heute der Obst- und Gemüsemarkt steht.
- Piazza dei Cavalieri. Hier wurde Pisa regiert, bis Florenz es tat. Ab etwa 1140 saß an diesem Platz die Stadtregierung, 1406 verkündete hier ein Gesandter aus Florenz das Ende der Unabhängigkeit. 1558 ließ Cosimo I. de' Medici den Platz für seinen Ritterorden von Santo Stefano umbauen, der im Mittelmeer Jagd auf Korsaren machte. Giorgio Vasari gab dem Palazzo della Carovana 1562 bis 1564 die Fassade mit den Sgraffiti, vor der du stehst. Seit 1846 sitzt darin die Scuola Normale Superiore, gegründet 1810 auf Napoleons Erlass, Enrico Fermi hat hier studiert. Links daneben steht der Palazzo dell'Orologio. In einem Turm, den er heute umschließt, verhungerte 1289 Graf Ugolino mit zwei Söhnen und zwei Enkeln. Dante machte daraus eine der bekanntesten Szenen seines Inferno. Ganz in der Nähe steht San Sisto, ab 1087 gebaut, nach dem Sieg der Flotte Pisas über al-Mahdiya in Tunesien.
- Torre di Pisa. Schon Giorgio Vasari wunderte sich im 16. Jahrhundert. Die Baumeister hätten den Boden von Pisa nicht gekannt, schrieb er, und noch vor der halben Höhe habe sich der Turm zur Seite geneigt. Gebaut wurde ab 1173, mit zwei langen Pausen rund zweihundert Jahre lang, auf weichem Ton. Die oberen Geschosse setzten die Bauleute leicht gegen die Neigung, deshalb ist der Turm nicht nur schief, sondern auch krumm. Am 7. Januar 1990 wurde er für Besucher gesperrt. Bleigewichte an der Nordseite und dann Erdreich, das man unter dieser Seite herausbohrte, drehten ihn bis 2001 an der Spitze um rund 44 cm zurück, gut ein halbes Grad. Mit bloßem Auge sieht man das kaum, heute neigt er sich um rund 5,1 Grad. Oben hängen sieben Glocken, so viele, wie die Tonleiter Töne hat.
- Duomo di Pisa. Der Dom war vor dem Turm da, und bezahlt wurde er mit Kriegsbeute. 1064 begann Buscheto den Bau, finanziert mit einem Zehntel der Beute aus einem Feldzug gegen Palermo, 1118 wurde er geweiht. Die Mauern zeigen, wie weit die Pisaner damals herumkamen. Gestreifter Marmor, Spolien aus römischen Bauten und eine elliptische Kuppel nach östlichen Vorbildern. Vom Turm kommend stehst du vor der Porta di San Ranieri. Durch sie betraten die Pisaner den Dom, und ihre Bronzetür von Bonanno Pisano überstand als einzige den Brand von 1595. Drinnen hängt die Lampe, an der Galileo der Legende nach das Pendelgesetz entdeckte. Die ältere Lampe, um die es eigentlich geht, liegt heute im Camposanto. Den Kopf des Johannes im Apsismosaik schuf Cimabue 1302, die Kanzel Giovanni Pisano.
- Camposanto Monumentale. Die lange weiße Wand an der Nordseite des Platzes umschließt einen Friedhof. Gegründet wurde er 1277, um die Gräber zu sammeln, die bis dahin rund um den Dom verstreut lagen. Der Überlieferung nach füllte man den Innenhof mit Erde aus dem Heiligen Land. Im 14. Jahrhundert malten Buonamico Buffalmacco und andere Szenen von Leben und Tod an die Wände. Im „Triumph des Todes“ treffen drei Lebende auf drei Tote, daneben fährt der Tod in eine fröhliche Runde junger Leute. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Camposanto zu einem der ersten öffentlichen Museen Europas. Am 27. Juli 1944 setzte eine Granate der alliierten Artillerie das Bleidach in Brand, die Fresken wurden schwer beschädigt. Beim Abnehmen kamen darunter die Vorzeichnungen zum Vorschein, die Sinopien, heute im Museum an der Südseite des Platzes.
- Battistero di San Giovanni. Das mächtige Rund im Westen des Platzes ist das Baptisterium, gegründet am 15. August 1152. Sein Umfang misst 107 m, die Höhe knapp 55 m. Den Entwurf hat der Baumeister selbst signiert, „Deotisalvi magister huius operis“ steht auf einem Pfeiler. Ab der Mitte des 13. Jahrhunderts bauten Nicola Pisano und sein Sohn Giovanni weiter, Nicolas Kanzel von 1260 wurde zum Vorbild für die Bildhauer nach ihm. Schau dir die Kuppel an. Zum Meer hin ist sie mit roten Ziegeln gedeckt, nach Osten mit Bleiplatten. Auch dieser Bau steht leicht schief, zum Dom hin. Drinnen singt etwa jede halbe Stunde jemand vom Personal ein paar Töne, und die doppelte Kuppel lässt sie lange nachklingen. Danach geht es durch die Porta Nuova in der Stadtmauer hinaus zum Bahnhof.
So planst du deinen Besuch
Ein Tag reicht, ein halber auch, wenn danach der Zug weiterfährt. Die Route misst 3,6 km, hat neun Stopps und läuft vom Bahnhof Pisa Centrale bis zum Bahnhof Pisa San Rossore. Bei wenig Zeit lässt du Borgo Stretto und den Camposanto aus. Den Turmaufstieg buchst du vorher mit festem Zeitfenster. Pisa ist eine Universitätsstadt, und abends gehören die Plätze am Borgo den Studenten. Lucca liegt eine kurze Zugfahrt entfernt, und fünf Abendtipps liegen bereit.
Ausgehen & Nachtleben
Rooftop-Bars
- Panorama Rooftop Bar, Grand Hotel Duomo. Auf der Dachterrasse im fünften Stock des Grand Hotel Duomo trinkst du den Aperitif mit Blick über die Dächer auf die Piazza dei Miracoli und den schiefen Turm. Die Bar öffnet abends, Gäste von außen brauchen eine Reservierung. Wer den Turm im letzten Licht sehen will, reserviert für die Zeit vor Sonnenuntergang.
Ausgehviertel
- Piazza delle Vettovaglie. Morgens Tomaten, abends Gläser. Den Platz legten die Medici Mitte des 16. Jahrhunderts als Kornmarkt an, heute steht hier der Obst- und Gemüsemarkt. Wenn die Stände abgebaut sind, füllen sich die Arkaden und die Gassen hinüber zur Piazza Garibaldi. Hier trifft sich Pisas Studentenschaft, und wer keinen Tisch findet, steht mit dem Glas auf dem Pflaster.
Essen & Restaurants
- Osteria dei Cavalieri. Ein paar Schritte von der Piazza dei Cavalieri kocht die Osteria in der Via San Frediano toskanisch und ohne Umwege. Auf den Tisch kommen Tagliata mit Rosmarin, Fleisch vom Grill und Pasta mit Meeresfrüchten, dazu eine lange Weinkarte. Der Raum ist klein und gemütlich, abends lohnt eine Reservierung.
Bars & Clubs
- Orzo Bruno. Eine Bierkneipe in der Via delle Case Dipinte, ein paar Schritte vom Borgo Stretto. Ausgeschenkt wird handwerklich gebrautes Bier, dazu kommen kleine Gerichte aus der Küche. Der Raum ist rustikal und laut, die Gäste sind vor allem junge Pisaner, und für viele ist es seit Jahren ein fester Treffpunkt bis spät in die Nacht.
Bühne & Konzerte
- Teatro Verdi. Pisas Opernhaus wurde am 12. November 1867 mit Rossinis „Wilhelm Tell“ eröffnet, damals noch als Teatro Nuovo, den Namen Verdi trägt es seit 1904. Der Saal hat bis zu 900 Plätze, die Bühne ist 32 m breit und 26 m tief. Gespielt werden Oper, Konzerte und Theater, und ein kleines Museum erinnert an den Pisaner Bariton Titta Ruffo.
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Infos zu Pisa
Nahverkehr
Betreiber. Autolinee Toscane (at) betreibt in Pisa das Stadtbusnetz und die Überlandbusse in der Provinz, dazu die Stadtnetze von Pontedera und Volterra. Seit dem 8. Januar 2024 gilt in Pisa ein neues Liniennetz. Die beiden früheren LAM-Linien heißen seitdem 1+ (vorher LAM Rossa) und 3+ (vorher LAM Verde) und sind die Linien mit dem dichtesten Takt. Die Linie 1+ fährt vom Ospedale Cisanello über den Bahnhof und den Schiefen Turm bis zur Haltestelle Park Pietrasantina, die 3+ von San Giusto über den Bahnhof nach Pratale. Den Flughafen erreichen die Stadtbusse nicht direkt, dorthin fährt der PisaMover, eine fahrerlose Kabinenbahn der Pisamover S.p.A. mit eigenem Tarif. Einige Buslinien ins Umland, etwa 10 und 20 nach Tirrenia und Calambrone, haben einen gemischten Tarif, innerhalb Pisas gilt der Stadtfahrschein, darüber hinaus der Überlandfahrschein.
Liniennetz. Stadtbusse von Autolinee Toscane, die Linie 1+ verbindet den Bahnhof mit dem Schiefen Turm. Zum Flughafen fährt der PisaMover.
Verkehrsmittel. Bus · PisaMover (Flughafenbahn)
Betriebszeiten. Laut Winterfahrplan ab 5. Oktober 2026 startet die Linie 1+ montags bis samstags um 6 Uhr am Bahnhof Pisa Centrale Richtung Torre di Pisa und Endhaltestelle Park Pietrasantina. Bis 7 Uhr fährt sie alle 20 Minuten, danach bis zum Abend alle 10 Minuten. Die letzte Fahrt ab Bahnhof Richtung Turm geht um 20.24 Uhr, in der Gegenrichtung erreicht der letzte Bus den Bahnhof um 21.05 Uhr. Sonn- und feiertags beginnt die 1+ um 7 Uhr und fährt bis zum frühen Nachmittag alle 20 Minuten, danach alle 15 Minuten, letzte Abfahrt ebenfalls 20.24 Uhr. Die Linie 3+ fährt werktags ab 6 Uhr, tagsüber alle 12 Minuten. Die Linien 2, 4, 5 und 6 fahren werktags meist alle 15 bis 20 Minuten und an Sonn- und Feiertagen vormittags oft nur stündlich. Ihre letzten Busse erreichen den Bahnhof zwischen 20.50 und 21.05 Uhr.
Nachtverkehr. Ein Nachtnetz mit eigenen Linien hat Pisa nicht. Wenn die Tageslinien gegen 21 Uhr enden, fährt die Abendlinie 21 (San Giusto, Stazione, CEP, Torre, I Passi) an allen Tagen der Woche. Sie fährt ab Pisa Centrale von 20.47 bis 23.17 Uhr alle 30 Minuten, im Wechsel über Crispi und Rustichello oder über San Paolo a Ripa d’Arno, und hält jeweils an der Haltestelle Torre di Pisa 1. In der Gegenrichtung fährt der letzte Bus um 23.53 Uhr an der Haltestelle Torre di Pisa 2 ab und ist um 0.07 Uhr am Bahnhof. Am 31. Dezember fallen die Fahrten der Linie 21 aus. Der PisaMover zum Flughafen fährt bis Mitternacht, von Juni bis September bis 1 Uhr.
Ticketkauf. Der Stadtfahrschein biglietto urbano capoluogo kostet 2 Euro und muss beim ersten Einsteigen entwertet oder in der App aktiviert werden. Verkauft wird er in der App at bus, über die Apps TABNET, URBI, Telepass und DropTicket, über die Plattform blink, an Fahrscheinautomaten, an autorisierten Verkaufsstellen wie Kiosken und Bars sowie in der Biglietteria at Pisa an der Sesta Porta, Via Cesare Battisti 53. Diese hat montags bis freitags von 7.20 bis 19.45 Uhr geöffnet, an Wochenenden und Feiertagen von 7.30 bis 19.45 Uhr, geschlossen am 25. Dezember, 1. Januar und Ostern. Per SMS mit dem Wort PISA an 4880105 kostet der Fahrschein 2,40 Euro plus 0,29 Euro Gebühr des Mobilfunkanbieters, er gilt ab Empfang. Beim Fahrer kostet er 3 Euro, muss danach trotzdem entwertet werden, und der Fahrer gibt kein Wechselgeld heraus. Während einer Kontrolle ist der Verkauf an Bord ausgesetzt.
App und Bezahlen. In allen Bussen von Autolinee Toscane ist das kontaktlose Bezahlen tip tap eingerichtet. Es funktioniert mit Kredit-, Debit- und Prepaidkarten sowie Smartphones und Wearables der Netze Mastercard, Visa und American Express, der Fahrpreis ist dabei nicht höher als beim Papierfahrschein. In Stadtlinien hältst du die Karte bei jedem Einsteigen an den Kontaktlos-Entwerter an der Tür, ein grüner Bildschirm mit Piepton bestätigt den Kauf. Auf Linien mit gemischtem Tarif und Überlandlinien tippst du beim Einsteigen und beim Aussteigen, ohne zweites Tippen wird der volle Fahrpreis berechnet. Eine Karte oder ein Gerät gilt immer nur für eine Person, für mehrere Mitfahrer nimmst du verschiedene Geräte oder kaufst in der App. Die App at bus (Version 7.12.1 für iOS und Android) zeigt die Busse live auf der Karte, listet die nächsten Abfahrten je Haltestelle und verkauft Fahrscheine direkt aus dem Routenplaner. Über blink kaufst du bis zu 10 Stadtfahrscheine ohne Registrierung, bezahlt mit Visa, Mastercard, American Express, Google Pay, Apple Pay oder Bancomat Pay, und aktivierst jeden per Link aus der E-Mail kurz vor dem Einsteigen.
Welches Ticket. Für Gäste reicht in Pisa fast immer der biglietto urbano capoluogo für 2 Euro. Er gilt 70 Minuten ab Entwertung oder Aktivierung, Umsteigen ist in dieser Zeit erlaubt, und er gilt auch in den Stadtnetzen von Arezzo, Carrara, Grosseto, Livorno, Lucca, Massa, Pistoia, Prato und Siena. Der Zehnerblock Urbano capoluogo 10 viaggi kostet 18,20 Euro, das sind 1,82 Euro je Fahrt. Er rechnet sich ab der zehnten Fahrt und eignet sich auch für Gruppen, die zusammen unterwegs sind. Die Fahrscheine werden in aufsteigender Nummer entwertet, und bei einer Kontrolle zeigst du auch den Abschnitt matrice hinter Fahrschein Nummer 1 vor. Ein Tages- oder Mehrtagesfahrschein für Pisa steht nicht im Tarifkatalog von at. Teurer sind der Fahrschein beim Fahrer für 3 Euro und der SMS-Fahrschein für 2,40 Euro. Wer von Marina di Pisa, Tirrenia oder Calambrone in die Stadt fährt, bekommt mit dem Fahrschein Litorale Pisano einen ermäßigten Preis. Er gilt 90 Minuten und schließt die Stadtbusse in Pisa ein. Aktuelle Preise nennt Autolinee Toscane. Für den PisaMover zum Flughafen brauchst du einen eigenen Fahrschein.
Tarifzonen. Innerhalb der Stadt Pisa gilt ein Einheitstarif ohne Zonen, jede Fahrt kostet mit dem Stadtfahrschein 2 Euro. Linien, die über die Stadtgrenze hinausfahren, haben nach Vorgabe der Region Toskana einen gemischten Tarif. Auf den Linien 10 und 20 Richtung Tirrenia, Livorno und Calambrone gilt der Stadtfahrschein nur zwischen Pisa und der Haltestelle D’Annunzio Naviglio, auf den Linien 60 und 70 nur bis Le Maggiola, auf 80 und 85 bis zur Haltestelle Aurelia. Für alle weiteren Abschnitte ist ein Überlandfahrschein (extraurbano) nötig, dessen Preis sich nach Entfernungsstufen richtet und ab 2 Euro beginnt. Wer kontaktlos zahlt, tippt auf diesen Linien beim Ein- und Aussteigen, dann rechnet das System die richtige Stufe ab.
Tipp. Vom Bahnhof Pisa Centrale zur Haltestelle Torre di Pisa 1 braucht die Linie 1+ laut Fahrplan 9 Minuten und fährt werktags tagsüber alle 10 Minuten.
Links
- Autolinee Toscane, Pisa
- Linien und Fahrpläne Pisa
- Tarifkatalog
- Verkaufswege
- Kontaktlos zahlen mit tip tap
- App at bus
- Bahnhof Pisa Centrale, RFI
- PisaMover, Flughafen und Bahnhof
- Autolinee Toscane, Fahrschein Litorale Pisano
- Netzplan
Anreise
Hauptbahnhof
Lage. Pisa Centrale liegt südlich des Arno, die Piazza dei Miracoli mit dem Schiefen Turm am Nordwestrand der Altstadt. Zu Fuß sind es vom Bahnhof quer durch die Altstadt und über den Arno rund 2 km, etwa 25 Minuten. Das Tourismusamt der Stadt beschreibt dafür einen eigenen Rundgang mit Stationen vom Bahnhof bis zur Piazza dei Miracoli. Mit dem Bus fährt die Linie 1+ montags bis samstags tagsüber alle 10 Minuten zur Haltestelle Torre di Pisa 1 und braucht dafür 9 Minuten, abends übernimmt die Linie 21. Der zweite Stadtbahnhof Pisa San Rossore liegt laut Netzplan von at gleich nordwestlich der Piazza dei Miracoli. Regionalzüge brauchen von Pisa Centrale dorthin 4 bis 7 Minuten, die Fahrt kostet 1,70 Euro. Einige Regionalzüge aus Florenz halten direkt in San Rossore. Einen Fahrkartenschalter führt RFI für San Rossore nicht auf, nur Toiletten und Getränkeautomaten.
Fernverkehr. Pisa Centrale hat 16 Gleise für den Personenverkehr. Zwischen Florenz Santa Maria Novella und Pisa Centrale fahren an einem Werktag rund 50 direkte Regionalzüge. Die Regionale Veloce brauchen 51 bis 60 Minuten, die Regionale 70 bis 90 Minuten. Der Fahrpreis beträgt 9,80 Euro, ab Florenz fahren die Züge von 4.30 bis 23.07 Uhr. Im Fernverkehr fahren direkte Frecciarossa und Frecciargento nach Rom Termini. Der schnellste ist der Frecciarossa um 9.15 Uhr mit 2 Stunden 19 Minuten, die übrigen Frecce brauchen 2 Stunden 23 Minuten bis 3 Stunden 11 Minuten, die Intercity gut 3 Stunden. Richtung Norden fahren Frecciarossa, Frecciargento, Frecciabianca und Intercity direkt nach Genua Piazza Principe in 1 Stunde 54 Minuten bis gut 2,5 Stunden, nach Mailand Centrale in 3 Stunden 47 Minuten bis 5 Stunden und ein Frecciarossa am Tag nach Turin Porta Nuova in 3 Stunden 56 Minuten. Mit dem Intercity geht es auch ohne Umsteigen nach Neapel Centrale. Im Bahnhof gibt es einen Fahrkartenschalter, Gepäckaufbewahrung, Wartebereich, Toiletten, Bar, Zeitungskiosk, Tabakladen, Touristeninformation und eine Polizeiwache der Polfer. Am Gleis 14 beginnt der PisaMover zum Flughafen.
Betriebszeiten. Feste Öffnungszeiten nennt der Netzbetreiber RFI für Pisa Centrale nicht. Der Bahnhof richtet Öffnung und Schließung nach dem ersten und letzten Zug des Tages im gültigen Fahrplan. Die Aufzüge zu den Gleisen sind von 5.30 bis 1.30 Uhr in Betrieb. Wer Hilfe beim Ein- und Aussteigen braucht, meldet das bei der Sala Blu in Florenz an, für Fahrten zwischen 7.45 und 22.30 Uhr persönlich oder telefonisch bis eine Stunde vor Abfahrt.
Flughäfen
In die Stadt. Der PisaMover ist eine fahrerlose Kabinenbahn vom Terminal zum Bahnhof Pisa Centrale mit einem Zwischenhalt am Parkplatz San Giusto/Aurelia. Die Fahrt dauert im Schnitt 5 Minuten. Er fährt täglich von 6 Uhr bis Mitternacht, vom 1. Juni bis 30. September bis 1 Uhr. Von 11 bis 18 Uhr fährt er etwa alle 6 Minuten, morgens und abends seltener. Den aktuellen Takt nennt PisaMover. Früh am Morgen und spät am Abend fährt nur eine Kabine im Abstand von 12 bis 15 Minuten, und zwar auf Anforderung. Die Einzelfahrt kostet 6,50 Euro, Hin- und Rückfahrt 13 Euro, der Fahrschein gilt 30 Tage ab Kauf. Es gibt ihn an je 4 Automaten am Flughafen, am Bahnhof und in San Giusto/Aurelia sowie am Schalter am Parkplatz Via Aurelia, der täglich von 8.30 bis 18 Uhr geöffnet hat. Am Bahnhof folgst du den Schildern AEROPORTO / AIRPORT zum Gleis 14. Wer mit dem Zug weiterfährt, kann Bahnfahrt und PisaMover zusammen bei Trenitalia kaufen, mit Pisa Aeroporto als Start- oder Zielbahnhof. Bis Florenz Santa Maria Novella kostet das zusammen 16,30 Euro, die Fahrt dauert rund 70 bis 90 Minuten.
In die Stadt. Die Haltestelle Peretola Aeroporto der Straßenbahn T2 liegt 2 Gehminuten von Ankunft und Abflug. Die T2 fährt in 20 Minuten zur Haltestelle Unità beim Bahnhof Santa Maria Novella. Erste Abfahrt am Flughafen täglich um 5 Uhr, letzte sonntags bis donnerstags um 23.58 Uhr, freitags und samstags um 1.15 Uhr. Werktags fährt sie tagsüber alle 4 bis 5 Minuten, samstags alle 5 bis 6 Minuten, sonntags alle 7 bis 11 Minuten. Der Stadtfahrschein biglietto urbano capoluogo kostet 2 Euro und gilt in Florenz 90 Minuten. Es gibt ihn an Automaten an jeder Haltestelle, die auch Karten nehmen, in der App at bus oder per kontaktloser Karte am Lesegerät in der Bahn. Ein Gepäckstück bis 10 kg und 55 x 40 x 20 cm fährt kostenlos mit, größere Koffer bis 80 x 45 x 25 cm und 20 kg brauchen je einen zusätzlichen Fahrschein, noch größere sind verboten. Ab Firenze Santa Maria Novella fahren an Werktagen etwa zwei bis drei direkte Regionalzüge pro Stunde nach Pisa Centrale, 51 bis 90 Minuten, 9,80 Euro, der letzte um 23.07 Uhr.
Eigenheiten
- Die Altstadt ist ZTL, die Einfahrten werden elektronisch kontrolliert. Die Altstadt ist Zona a Traffico Limitato. Autos dürfen dort rund um die Uhr weder einfahren noch parken, außer ihr Kennzeichen steht auf der weißen Liste (lista bianca). Die Zufahrten überwacht das Kontrollzentrum ZTL Telematiche der Polizia Municipale. Gäste von Hotels, Pensionen, B&B und anderen gewerblichen Unterkünften innerhalb der ZTL dürfen hinein. Die Unterkunft trägt dein Kennzeichen spätestens 10 Stunden nach der Einfahrt ein. Der Eintrag gilt bis zu 3 Tage und lässt sich verlängern. Hat die Unterkunft einen Ladeplatz in der Nähe, darfst du dort bis zu 30 Minuten mit Parkscheibe zum Ausladen stehen. Zum Parken bekommst du über die Unterkunft ein Tagesabo für 12 Euro. Es erlaubt 24 Stunden lang Fahren und Parken in der ZTL und auf den blauen Parkplätzen, nicht aber auf den Plätzen für Anwohner. Bis das Tagesabo eingetragen ist, legst du den Parkschein der Unterkunft sichtbar hinter die Scheibe. Ohne Eintrag lässt du das Auto draußen.
- Das Zugticket ab Pisa Aeroporto schließt den PisaMover ein. Wer vom Flughafen gleich weiter mit dem Zug fährt, wählt bei Trenitalia Pisa Aeroporto als Startbahnhof. Der PisaMover kostet dann 6,50 Euro Aufschlag und steht auf demselben Fahrschein, Ermäßigungen gibt es auf diesen Anteil nicht. Einzeln verkauft Trenitalia den PisaMover nicht, dafür gibt es die Automaten an den Haltestellen.
- Eine Karte zahlt im Bus nur für eine Person. Beim kontaktlosen Bezahlen im Bus gilt jede Karte oder jedes Gerät nur für einen Fahrgast. Reist ihr zu zweit, zahlt der eine mit der Karte und der andere mit dem Handy oder der Uhr, oder ihr kauft die Fahrscheine vorher in der App at bus. Beim Ein- und Austippen auf derselben Fahrt muss es dieselbe Karte sein.
Gut zu wissen
- Währung
- EUR €
- Notruf
- 112
- Steckertyp
- C · F · L
- Zeitzone
- Europe/Rome
- Verkehr
- rechts
Tempolimits. innerorts 50 km/h, außerorts 90 km/h, auf Schnellstraßen 110 km/h, Autobahn 130 km/h
Bei Regen gilt auf der Autobahn 110 km/h statt 130, auf Schnellstraßen 90 statt 110. Wer den Führerschein weniger als drei Jahre hat, fährt höchstens 100 km/h auf der Autobahn und 90 km/h auf Schnellstraßen. Innerorts sind 50 km/h die Regel, ausgeschilderte Stadtstraßen erlauben bis zu 70 km/h.
Trinkgeld. Kein Muss. Auf der Rechnung stehen oft coperto oder servizio. Wer zufrieden ist, rundet auf.
Maut. Autobahnen sind überwiegend gebührenpflichtig. Ticket bei der Auffahrt ziehen, bei der Abfahrt zahlen. Keine Vignette.
Zufahrt. Viele Altstädte sind für Auswärtige gesperrt. Kameras erfassen das Kennzeichen, der Bescheid kommt Monate später nach Hause. Zeiten und Zuschnitt unterscheiden sich von Stadt zu Stadt.
