Städtetrip Gent
Drei Türme in einer Reihe, ein Altarbild, das gestohlen, verschleppt und zerlegt wurde, und eine Grafenburg, in der einmal Baumwolle gesponnen wurde. Gent ist Studentenstadt mit mittelalterlichem Hafen. Eine fertige Tagesroute führt dich in acht Stopps von der Kathedrale bis ins Patershol.
🗺️ Gent interaktiv öffnen mit Karte & NavigationUnsere Rundgänge durch Gent
Fertige Routen ab der Station führen dich durch Gent, vom ersten Schritt an zu den richtigen Ecken, ganz ohne eigene Planung.
Altstadt von Gent
Von der Tram am Vogelmarkt zur Sint-Baafskathedraal mit dem Genter Altar, dann zu Belfried und Tuchhalle. Oben auf dem Belfried dreht sich ein vergoldeter Drache. Am Rathaus mit seinen zwei Baustilen vorbei in die Graffitigasse Werregarenstraat. Über die Sint-Niklaaskerk an den alten Hafen von Graslei und Korenlei, wo eine Zunftfassade von 1912 ihr Original kopiert. Weiter zur Grafenburg Gravensteen, die einmal Baumwollspinnerei war, über den Vrijdagmarkt ins Patershol.
- Sint-Baafskathedraal. In dieser Kirche, damals noch Sint-Jan, wurde 1500 Karl V. getauft. Ihr Schatz ist ein Hauptwerk der flämischen Malerei, der Genter Altar mit der „Anbetung des Lammes Gottes“. Hubert van Eyck hat ihn begonnen, sein Bruder Jan 1432 vollendet. Seitdem wurde er zerlegt, verkauft, 1794 von französischen Soldaten nach Paris gebracht und 1942 für Hitlers geplantes Museum in Linz verschleppt. Die US-Armee fand ihn 1945 im Salzbergwerk Altaussee. Eine Tafel fehlt bis heute. Die „Gerechten Richter“ unten links wurden 1934 gestohlen und nie gefunden, was du siehst, ist eine Kopie von Jef Van der Veken. Schau dem Lamm in der Mitte ins Gesicht. Seit der Restaurierung der unteren Tafeln blickt es dich wieder mit fast menschlichen Augen an.
- Belfort en Lakenhalle. Der mittlere der drei Genter Türme gehörte nicht der Kirche, sondern den Bürgern. Im Belfried lagen in einer gesicherten Kammer die Urkunden mit den Freiheiten der Stadt, darüber hingen die Glocken, die Feuer und Feinde meldeten. Gebaut wurde ab dem frühen 14. Jahrhundert, heute ragt der Turm über 90 m auf. Oben dreht sich ein vergoldeter Drache, heute eine Kopie. Der Sage nach erbeuteten die Genter den ersten in Brügge. Tatsächlich ließ die Stadt ihn 1377 selbst anfertigen. Die angebaute Tuchhalle wurde ab 1425 gebaut, als der Tuchhandel schon nachließ. Nur sieben der elf geplanten Joche wurden fertig, die übrigen vier kamen erst 1903 nach den alten Plänen dazu. Seit 1613 trainiert in ihren oberen Sälen die Fechtgilde Sint-Michiel, bis heute. Am kleinen Anbau, dem Mammelokker, zeigt ein Relief die römische Legende einer Tochter, die ihren zum Hungertod verurteilten Vater im Kerker stillte. Dahinter lag bis 1902 das Stadtgefängnis.
- Stadhuis en Werregarenstraat. Geh einmal um die Ecke Botermarkt und Hoogpoort, dann siehst du zwei Rathäuser in einem. Der Flügel an der Hoogpoort ist Spätgotik voller Spitzen und Nischen, gebaut 1519 bis 1539 nach Plänen von Rombout Keldermans und Dominicus de Waghemakere. Der Flügel zum Poeljemarkt hin ist Renaissance mit Säulen in drei Ordnungen übereinander, gebaut 1595 bis 1618. Hier saßen früher zwei Schöffenbänke mit je eigenem Haus. Drinnen wurde 1576 die Genter Pazifikation verkündet. Gegenüber an der Hoogpoort beginnt die schmale Werregarenstraat. Früher lagen hier Bordelle und ein Sargmacher. 1995 durfte der amerikanische Sprayer Crash mit Erlaubnis von Bürgermeister Frank Beke ein Bild an die Wand malen, seitdem wird hier jeden Tag gesprüht. Die Gasse ist geduldet, nicht offiziell erlaubt. Was du heute fotografierst, ist bald übermalt. Am anderen Ende, an der Onderstraat, steht mit dem Hof van Rijhove ein Steinhaus aus dem 13. Jahrhundert.
- Sint-Niklaaskerk. Schau zuerst nach oben. Der 76 m hohe Turm steht nicht über dem Eingang, sondern mitten über der Kreuzung von Schiff und Querhaus und lässt Licht ins Innere fallen. Das ist typisch für die Scheldegotik, ebenso der Kalkstein aus Tournai. Bezahlt hat den Bau ab dem 13. Jahrhundert das Korn. Gent besaß das Stapelrecht, Getreide aus Nordfrankreich musste erst hier gelagert und gehandelt werden, und der Kornmarkt lag direkt vor der Tür. Passend dazu ist Nikolaus der Patron, er schützt Schiffer, Bäcker und Kaufleute. Ab dem 16. Jahrhundert verfiel die Kirche. Restauriert wurde sie ab 1960 in Etappen, zuerst Turm und Querhaus, das Schiff ist erst seit 2010 wieder offen. Bevor du weitergehst, sieh dir an der Ecke zur Sint-Niklaasstraat das Metselaarshuis an, das Zunfthaus der Maurer mit den kleinen Bronzefiguren auf dem Giebel. Merk dir die Fassade. An der Graslei wirst du sie wiedersehen.
- Graslei en Korenlei. Vom 11. bis ins 18. Jahrhundert lag hier der Hafen von Gent. Die Häuserzeile der Graslei liest du am besten vom anderen Ufer, von der Korenlei aus. Das Haus Nummer 10 ist der Spijker, ein romanischer Kornspeicher aus dem späten 12. Jahrhundert, bis 1734 in Betrieb. Daneben stehen das winzige Zollhaus von 1682 und das gotische Haus der Freien Schiffer von 1531. Und dann Nummer 8, die verspielte spätgotische Fassade. Sie sieht aus wie 1526 und ist von 1912. Für die Weltausstellung 1913 baute Amand Janssens hier die Fassade des Maurerhauses aus der Cataloniëstraat nach. Das Original galt damals als verschwunden. 1976 fand man es hinter Putz wieder, es ist das Haus, das du eben an der Sint-Niklaaskerk gesehen hast. Seitdem hat Gent zwei. Geh zum Schluss auf die Sint-Michielsbrug, gebaut 1905 bis 1909. Von dort stehen Sint-Niklaaskerk, Belfried und Kathedrale hintereinander.
- Gravensteen. Graf Philipp vom Elsass ließ die Burg 1180 bauen, nach dem Vorbild der Kreuzfahrerburgen in Syrien, so die Denkmalbehörde. Ein Chronist schrieb, sie solle den Hochmut der reichen Genter brechen, die in Häusern wie Türmen wohnten. Nach den Grafen zogen Münze, Gericht und Gefängnis ein. Folterwerkzeuge in der Ausstellung erinnern daran, dass hier jahrhundertelang das höchste Gericht Flanderns tagte. Dann wurde es seltsam. Ab 1807 lief im Bergfried eine Baumwollspinnerei, rundherum wohnten fünfzig Arbeiterfamilien, und Häuser verdeckten die Mauern fast ganz. Im 19. Jahrhundert war die Ruine reif für den Abriss. Staat und Stadt kauften sie zurück, und Architekt Joseph de Waele baute sie ab 1894 im Geist der Romantik wieder auf. Die flachen Dächer und manche Fenster sind also eher 1900 als Mittelalter. 1949 besetzten Studenten die Burg, angeblich aus Protest gegen höhere Bierpreise. Vom Dach des Bergfrieds siehst du über die ganze Altstadt.
- Vrijdagmarkt. Der große Platz war jahrhundertelang die Bühne der Stadt, für Märkte, Turniere, Hinrichtungen und Volksversammlungen. Am 26. Januar 1340 ließ sich hier König Eduard III. von England zum König von Frankreich ausrufen, gestützt vom Genter Anführer Jacob van Artevelde. Mit dieser öffentlichen Ansage gilt der Hundertjährige Krieg als wirklich eröffnet. Fünf Jahre später, am 2. Mai 1345, kämpften auf demselben Platz die Weber gegen die Walker um Löhne, Hunderte Walker starben. Im selben Jahr ermordeten Weber auch Van Artevelde. Heute steht er in Bronze in der Mitte, seit 1863, gestaltet von Pieter De Vigne, am Sockel die Wappen der Zünfte. An der Ecke zur Kammerstraat steht das Toreken, das gotische Zunfthaus der Gerber mit seinem schlanken Turm. Statt eines Wetterhahns sitzt oben die Meerjungfrau Melusine mit ihrem Spiegel. Freitags am Vormittag ist hier noch Markt. Keine 100 m entfernt liegt die Serpentstraat, eine kurze Kopfsteingasse mit kleinen Läden und Treppengiebeln, die seit 1980 als Ganzes geschützt ist.
- Patershol. Hinter der Kraanlei liegt auf rund 4,5 Hektar ein Viertel, dessen Gassennetz noch aus dem Mittelalter stammt. Der Name erinnert an die Patres, die sich Ende des 13. Jahrhunderts hier niederließen, ihr Karmeliterkloster steht noch. Als der Rat von Flandern ins Gravensteen zog, folgten Anwälte und Richter, das Patershol wurde eine gute Adresse. Mit der Industrie im 19. Jahrhundert kippte das. Große Häuser wurden in winzige Arbeiterwohnungen geteilt, in Hinterhöfen entstanden enge Wohnreihen. Bis in die 1970er Jahre galt das Viertel als Getto, die Stadt plante den Abriss. Bewohner, Kunststudenten und junge Architekten wehrten sich, und Harry Kümel nutzte das Viertel als Kulisse für seinen Film „Malpertuis“. 1981 wurde das Patershol unter Schutz gestellt und danach saniert. Heute sitzen in den alten Häusern kleine Restaurants. Rund um den 15. August feiert das Viertel seine eigenen Patersholfeesten.
So planst du deinen Besuch
Ein Tag reicht für die Altstadt. Die Route misst 2,7 km und beginnt an der Haltestelle Vogelmarkt, Tram T1 fährt dich ab dem Bahnhof Gent-Sint-Pieters hin. Acht Stopps führen von der Kathedrale bis ins Patershol. Bei wenig Zeit wählst du zwischen Gravensteen und Belfried. Gent ist Universitätsstadt, abends gehört die Overpoort den Studenten. Für einen zweiten Tag fährt der Zug nach Ieper zur Menenpoort, und fünf Abendtipps liegen bereit.
Ausgehen & Nachtleben
Rooftop-Bars
- Bar Bassie im Wintercircus. Der Wintercircus entstand 1894 als Zirkus, brannte 1920 aus und bot ab 1923 Platz für 3.400 Zuschauer. Die letzte Vorstellung lief 1944, danach war er Fiat-Garage und Oldtimerlager der Familie Mahy und stand ab 1998 leer. Nach dem Umbau sitzt ganz oben Bar Bassie. Von der Dachterrasse schaust du über die Dächer der Stadt, von drinnen hinunter in die alte Manege.
Ausgehviertel
- Overpoort. Die Overpoortstraat südlich der Altstadt ist die Ausgehmeile der Genter Studenten, die sie gern „Toverpoort“ nennen, Zauberpforte. Hier reihen sich Dutzende Cafés, Restaurants und Clubs, ringsum liegen Wohnheime und Gebäude der Universität. Seit dem Umbau 2022 ist die Straße eine Wohnstraße, auf der Fußgänger die ganze Fahrbahn nutzen dürfen, mit breiten Gehwegen und Terrassen vor den Cafés.
Essen & Restaurants
- Pakhuis. Seit 1991 kocht die Brasserie in einem alten Lagerhaus in einer Seitengasse nahe dem Korenmarkt. Der Architekt Antoine Pinto hat den rund 600 m² großen Lagerraum so umgebaut, dass man das Lager noch spürt. Auf der Karte stehen belgische Brasserieküche und Meeresfrüchte, einmal im Jahr gibt es einen eigenen Austernmarkt.
Bars & Clubs
- Hot Club Gent. In einem schmalen Gässchen nahe dem Groentenmarkt sitzt ein kleiner Jazzclub. David De Rudder gründete ihn 2005 mit dem Musiker Waso De Cauter als Hot Club de Gand, benannt nach dem Pariser Hot Club de France, in dem einst Django Reinhardt spielte. Nach dem Tod des Gründers 2015 machten Waso De Cauter und Peter Kinna am selben Ort weiter. Oft folgt auf das Konzert eine offene Jamsession für erfahrene Musiker.
Bühne & Konzerte
- Ha Concerts. Der Konzertsaal am Kouter steckt in der alten Handelsbörse. Ihr ältester Teil ist die Hauptwache von 1738 bis 1739, um 1900 verband Charles van Rysselberghe sie mit dem Festsaal nebenan. Nach Jahren des Leerstands wurde das Haus bis 2002 zu einem mittelgroßen Konzertsaal umgebaut, der frühere Festsaal ist heute das Foyer. Das Programm reicht von neoklassischem Klavier über Dreampop bis zu Abenden über Leonard Cohen.
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Infos zu Gent
Nahverkehr
Betreiber. Straßenbahnen und Busse in Gent fährt De Lijn, die flämische Verkehrsgesellschaft. Seit dem 14. September 2026 fahren drei Straßenbahnlinien. T1 verbindet Flanders Expo über den Bahnhof Sint-Pietersstation und den Kouter mit Gent Zuid und dem Betriebshof Gentbrugge, zwischen Flanders Expo und Zuid zwölfmal pro Stunde. T2 fährt achtmal pro Stunde vom Van Beverenplein über Rabot, Korenmarkt und Zuid bis Melle Leeuw. T4 fährt sechsmal pro Stunde, in der Hauptverkehrszeit achtmal, vom Sint-Pietersstation über Rabot und Muide bis Lange Steenstraat. T3 ist wegen Bauarbeiten bis Mai 2027 eingestellt, an seiner Stelle fährt der Pendelbus P3 zwischen Sint-Pietersstation und Zwijnaarde Bibliotheek. Dazu kommt ein dichtes Busnetz in die Gemeinden rund um Gent.
Liniennetz. Drei Straßenbahnlinien (T1, T2, T4) und Busse von De Lijn, T3 ist bis Mai 2027 durch den Pendelbus P3 ersetzt. Knoten sind die Haltestellen Sint-Pietersstation und Gent Zuid.
Verkehrsmittel. Straßenbahn · Bus
Betriebszeiten. Viele Bus- und Straßenbahnlinien in der Region Gent fahren an Werktagabenden und samstags bis nach Mitternacht, sonntags bis 23.30 Uhr. Feste Anfangs- und Endzeiten für das ganze Netz nennt De Lijn nicht, die genauen Abfahrten jeder Linie und Haltestelle stehen im Routenplaner und in der De Lijn-App. Wegen Bauarbeiten fährt seit dem 14. September 2026 ein geändertes Straßenbahnnetz, den aktuellen Stand zeigt De Lijn auf der Seite Tramnet Gent.
Nachtverkehr. De Lijn führt für die Region Gent mehr als 20 Bus- und Straßenbahnlinien auf, die abends lange fahren, unter anderem nach Deinze (78), Destelbergen (33 und 34), Eeklo (50), Evergem (56), Gavere (41), Lochristi und Wachtebeke (76), Merelbeke und Melle (33, 40, 41 und T2), Nazareth und De Pinte (71 und 76), Sint-Martens-Latem (78), Wetteren (34) und Zelzate (55). Alle Busse und Straßenbahnen in die Stadt fahren zum Sint-Pietersstation oder nach Gent Zuid, dort steigst du in die Straßenbahn T1 um. An Werktagabenden und samstags fahren viele dieser Linien bis nach Mitternacht, sonntags bis 23.30 Uhr.
Ticketkauf. Beim Fahrer kannst du in Bus und Straßenbahn nicht mehr bezahlen. Tickets gibt es in der De Lijn-App, im Onlineshop, per SMS an die Kurzwahl 4884 (zuzüglich 0,25 Euro Gebühr des Mobilfunkanbieters), an rund 200 Ticketautomaten in Flandern und in den Lijnwinkels. In Gent liegen Lijnwinkels am Sint-Pietersstation und am Korenmarkt. Die Automaten an den Haltestellen nehmen nur Karten. Die 10-rittenkaart gibt es außerdem in Supermärkten, Zeitschriftenläden und Bahnhöfen. Ein Ticket aus App, Website oder SMS musst du vor dem Einsteigen kaufen beziehungsweise aktivieren, eine Papierkarte scannst du sofort beim Einsteigen und bei jedem Umsteigen.
App und Bezahlen. In allen Bussen und Straßenbahnen von De Lijn zahlst du kontaktlos am weißen Terminal. Angenommen werden belgische und ausländische Karten von Maestro, Mastercard, VPAY und Visa sowie Apple Pay, Google Pay, Fitbit Pay und Garmin Pay. Eine Fahrt kostet 3 Euro, Zusatzkosten gibt es keine. Umsteigen ist 60 Minuten lang frei, dafür hältst du dasselbe Zahlungsmittel im neuen Fahrzeug erneut an den Terminal. Für eine Gruppe hältst du dieselbe Karte innerhalb von zwei Minuten einmal pro Person an denselben Terminal, höchstens für fünf Personen. Abgerechnet wird nachts für alle Fahrten des Tages. Die De Lijn-App plant Routen, verkauft Tickets und meldet sich kurz vor der Zielhaltestelle.
Welches Ticket. Ein Ticket kostet 3 Euro und gilt 60 Minuten in allen Bussen und Straßenbahnen, mit Karte oder kontaktlos darfst du danach die laufende Fahrt zu Ende fahren. Das Ticket heen en terug für zwei Fahrten kostet 6 Euro, die 10-rittenkaart 22 Euro (2,20 Euro pro Fahrt), die 50-rittenkaart 95 Euro (1,90 Euro pro Fahrt). Das Dagticket gilt 24 Stunden und kostet ab 12 Jahren 9 Euro, so viel wie drei Einzelfahrten, für Kinder von 6 bis 11 Jahren 4,50 Euro. Das 3-dagenticket gilt 72 Stunden und kostet 18 Euro, so viel wie sechs Einzelfahrten, für Kinder 9 Euro. Per SMS heißt das Dagticket DLD an 4884. Kinder unter 6 Jahren fahren gratis mit einem zahlenden Mitreisenden ab 12 Jahren. Die CityCard Gent von Visit Gent (48 Stunden 49 Euro, 72 Stunden 55 Euro) schließt alle Busse und Straßenbahnen von De Lijn innerhalb der Stadt Gent ein.
Tarifzonen. De Lijn hat in Flandern keine Tarifzonen. Ein Ticket für 3 Euro gilt 60 Minuten in allen Bussen und Straßenbahnen, unabhängig von der Strecke, also im Genter Stadtgebiet genauso wie auf den Linien nach Merelbeke, Evergem oder Deinze. Die CityCard Gent gilt dagegen nur innerhalb der Stadt Gent.
Tipp. Wer zu zweit fährt, braucht keine zwei Karten. Halte dieselbe Bankkarte innerhalb von zwei Minuten zweimal an den weißen Terminal, beim Umsteigen innerhalb von 60 Minuten wieder zweimal.
Links
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Anreise
Hauptbahnhof
Lage. Gent-Sint-Pieters liegt am Koningin Maria Hendrikaplein 1, in Gehweite der Innenstadt. Zu Fuß sind es etwa 20 Minuten ins Zentrum. Die Straßenbahn T1 fährt zwölfmal pro Stunde vom Bahnhof über den Kouter nach Gent Zuid, die T4 sechs- bis achtmal pro Stunde über Rabot und Muide bis Lange Steenstraat. Wer mit dem Zug in Gent-Dampoort ankommt, ist rund einen Kilometer von der Innenstadt entfernt. Von dort fahren die Busse 10, 11, 12a und 12b zum Korenmarkt und die Busse 33, 70, 71, 76, 77 und 78 nach Gent Zuid.
Fernverkehr. Gent-Sint-Pieters ist der Hauptbahnhof von Gent und hat Verbindungen aus allen belgischen Städten. Nach Brüssel fahren 86 Züge am Tag, davon 24 in der Hauptverkehrszeit, alle ohne Umsteigen und im Schnitt in 36 Minuten. Werktags fährt der erste Zug nach Brussel-Centraal um 4.40 Uhr, am Wochenende um 5.24 Uhr, der letzte täglich um 23.48 Uhr. Zurück fährt der letzte Zug ab Brussel-Centraal um 0.23 Uhr. Brussels Airport erreichst du ohne Umsteigen in 55 Minuten. Über die Grenze fährt die Linie Antwerpen, Gent, Kortrijk, Lille Flandres. Aus dem europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz steigst du in Brussel-Zuid, Antwerpen oder Lille in einen Zug nach Gent um. Der Bahnhof hat Lifte und Rolltreppen zu den Bahnsteigen, Schalter, Fahrkartenautomaten, kostenloses WLAN, kostenpflichtige Toiletten, einen Taxistand und eine kostenlose Hilfe für Reisende mit eingeschränkter Mobilität. Gepäckschließfächer kosten pro Tag 5 Euro (Handtasche) bis 14,50 Euro (Reisekoffer).
Betriebszeiten. Das Hauptgebäude von Gent-Sint-Pieters ist täglich von 4 bis 1.30 Uhr geöffnet. Die Schalter sind werktags von 6.15 bis 20 Uhr besetzt, am Wochenende und an Feiertagen von 7.15 bis 20 Uhr, Automaten gibt es zusätzlich. Gent-Dampoort, der zweite große Bahnhof, öffnet werktags von 4.20 bis 22 Uhr und am Wochenende und an Feiertagen von 5.45 bis 22 Uhr, die Schalter dort sind werktags von 7 bis 17.45 Uhr und am Wochenende von 8 bis 15.15 Uhr besetzt. Beide Bahnhöfe haben Gepäckschließfächer.
Flughäfen
In die Stadt. Der Bahnhof Brussels Airport-Zaventem liegt direkt unter der Abflug- und Ankunftshalle auf Ebene -1. Nach Gent-Sint-Pieters fährst du ohne Umsteigen in 55 Minuten. Alle anderen Verbindungen führen über Brüssel. Dorthin fahren vom frühen Morgen bis gegen Mitternacht sechs Direktzüge pro Stunde. Auf Fahrten von und zum Flughafen kommt das Brussels Airport Supplement (früher Diabolo-Zuschlag) von 6,90 Euro, das in den meisten Tickets schon enthalten ist. In der Nebenverkehrszeit und am Wochenende kostet die Fahrkarte 40 Prozent weniger als zum Standardtarif, der Zuschlag bleibt gleich. Tickets gibt es online, in der App der NMBS und an Automaten auf Ebene -1 oder in der Gepäckausgabe. Im Bahnhof öffnest du die Schranken mit dem QR-Code auf dem Ticket. Bis zu vier Kinder unter 12 Jahren fahren mit einem Erwachsenen gratis und zahlen keinen Zuschlag.
In die Stadt. Vom Flughafen Charleroi fährt der Shuttlebus von Flibco ohne Zwischenhalt nach Gent und weiter nach Brügge. In Gent hält er am Sint-Pietersstation, Voskenslaan 3, Bahnsteig 22/23. Die Fahrt dauert im Schnitt etwa 1 Stunde 40 Minuten, im Berufsverkehr länger. Online kostet ein Ticket ab 19,90 Euro, drei aufgegebene Gepäckstücke und ein Handgepäck sind enthalten. Die Abfahrten richten sich nach den Flugzeiten. Wer den Bus verpasst, darf je nach freien Plätzen ohne Aufpreis den nächsten nehmen, umbuchen und stornieren geht bis sechs Stunden vor Abfahrt. Mit Bus und Bahn fährt die Buslinie A1 von TEC von 4.30 bis 23.30 Uhr viermal pro Stunde in rund 20 Minuten zum Bahnhof Charleroi-Central, von dort geht es mit dem Zug über Brüssel nach Gent. Ein Kombiticket für Bus und Zug verkauft die NMBS.
Eigenheiten
- Umweltzone innerhalb des Rings R40. Die Innenstadt innerhalb des Rings R40 ist eine Umweltzone (LEZ), Kameras prüfen jedes Auto bei der Einfahrt. Registriere ein Auto mit ausländischem Kennzeichen kostenlos am besten vorab, spätestens aber am Tag nach der ersten Einfahrt. Nur Autos mit niederländischem Kennzeichen musst du nicht registrieren. Die Einfahrregeln gelten aber auch für sie. Die Bearbeitung kann bis zu 14 Tage dauern, die Registrierung gilt dann in allen flämischen Umweltzonen. 2026 dürfen Diesel ab Euro 5 und Benziner ab Euro 2 hinein. Für ältere Autos gibt es den LEZ-dagpas für 45 Euro, höchstens zwölfmal im Jahr, gültig bis 6 Uhr am Folgetag. Wer ohne Erlaubnis einfährt, zahlt 185 Euro, einmal pro Tag.
- Mit dem Auto nicht quer durch die Altstadt. Seit dem 3. April 2017 gilt der Circulatieplan. Die Innenstadt innerhalb des Rings R40 ist in sechs Sektoren geteilt, die Autos nur vom Ring aus erreichen. Wer von einem Sektor in den nächsten will, fährt zurück auf den Ring. Dazu kommen fünf autofreie Gebiete, in die du nur mit einer kostenlosen Genehmigung fahren darfst, beantragt mindestens fünf Werktage vorher. Hotels in diesen Gebieten können Kennzeichen ihrer Gäste für die Zufahrt eintragen, parken darfst du dort trotzdem nicht. Durch die Sperren an der Bargiebrug, am Hippoliet Lippensplein und an der Ottogracht kommt kein Auto, auch nicht mit Genehmigung.
- Straßenbahnnetz im Umbau bis 2027. Seit dem 14. September 2026 fährt die Straßenbahn T3 nicht, bis zum Ende der Bauarbeiten in der Sint-Pietersaalststraat im Mai 2027. Ersatz ist der Pendelbus P3 zwischen Sint-Pietersstation und Zwijnaarde Bibliotheek, sechsmal pro Stunde, in der Hauptverkehrszeit zehnmal. Vom Bahnhof fährt die T1 über den Kouter nach Gent Zuid, den Korenmarkt bedient die T2 zwischen Rabot und Zuid. Ältere Wegbeschreibungen mit T3 ab dem Bahnhof stimmen deshalb nicht mehr. Die Bauarbeiten an der neuen Straßenbahnachse Petercelle laufen bis 2029.
Gut zu wissen
- Währung
- EUR €
- Notruf
- 112
- Steckertyp
- C · E
- Zeitzone
- Europe/Brussels
- Verkehr
- rechts
Tempolimits. innerorts 50 km/h, in der Region Brüssel-Hauptstadt grundsätzlich 30 km/h, außerorts 70 km/h in Flandern und Brüssel, 90 km/h in Wallonien, Autobahn 120 km/h
Brüssel gilt seit 2021 fast flächendeckend als Zone 30, nur wenige große Achsen erlauben mehr. Außerorts liegt das Limit in Wallonien mit 90 km/h höher als in Flandern und Brüssel mit 70 km/h, das überrascht Durchreisende, die eine einheitliche Landesregel erwarten.
Trinkgeld. Bedienung ist enthalten. Aufrunden reicht.
Maut. Für Pkw keine Maut. Der Liefkenshoektunnel bei Antwerpen kostet Gebühr.
Zufahrt. Brüssel, Antwerpen und Gent haben Umweltzonen. Ausländische Fahrzeuge müssen sich vorab online registrieren, sonst droht auch bei sauberem Auto ein Bußgeld.
